SCW: Ein Hilferuf in größter Not
Bild: Bremehr
„Noch haben wir eine Chance!“ Wiedenbrücks Trainer Björn Mehnert weiß aber auch: Ab jetzt helfen nur noch Siege.
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Es ist halb Appell, halb Hilferuf. „Die Lage ist prekär. Der Verein und die Mannschaft können jeden Zuschauer gebrauchen, der uns unterstützt. Ich würde mir wünschen, dass jeder Fan von uns im Familien- und Freundeskreis mobil macht.“ Vor dem Heimspiel des SC Wiedenbrück am Samstag (14 Uhr) gegen den SV Rödinghausen klammert sich Trainer Björn Mehnert an jeden Strohhalm, der auch nur ansatzweise Mut macht. Zwar ist das Publikum im Jahnstadion wahrlich nicht für seine frenetische Unterstützung bekannt, aber wer weiß: Vielleicht wachsen ja auch die Zuschauer mal über sich hinaus – jetzt, wo es um alles oder nichts, um die Existenz des SCW in der vierthöchsten Spielklasse geht.

„Es geht nur gemeinsam“

Das Wiedenbrücker Team, so viel steht fest, wird genau das gegen den Tabellendritten tun müssen: alles geben, den entscheidenden Meter mehr machen und in die Zweikämpfe gehen, auch wenn die Knochen bereits wehtun. Und zwar im Kollektiv: „Wir haben noch eine Chance, aber es geht nur gemeinsam“, betont Mehnert. Am Dienstag hat er mit seinem Team das böse 1:2 in Düsseldorf, wo zwei späte Gegentore aus dem Sieg noch eine Pleite machten, besprochen, abgearbeitet – und abgehakt. „Es ist ja nur menschlich, in so einer Situation die Schuld bei anderen zu suchen. Aber den Zahn haben wir den Jungs gezogen. Es ist nicht zielführend, jetzt mit dem Finger auf andere zu zeigen. Wir haben uns die Suppe gemeinsam eingebrockt, jetzt müssen wir sie zusammen auslöffeln“, appelliert Mehnert nun an seine Spieler.

SC Verl muss Rummel ausblenden

Ein Spiel der besonderen Art erwartet den SC Verl am Samstag, wenn um 14 Uhr beim SV Straelen der Anpfiff ertönt. Zumindest der Medienrummel um diese Partie zwischen dem abstiegsbedrohten Dorfverein vom Niederrhein und dem ostwestfälischen Mittelfeld-Team dürfte für Verler Verhältnisse ungeahnte Ausmaße annehmen. Im Fokus steht allerdings nicht die Mannschaft von Trainer Guerino Capretti, sondern der Gegner, denn der stellte in dieser Woche Inka Grings als neue Trainerin vor. Wenige Tage nach der Entlassung von Markus John, der den SVS in die Regionalliga geführt hatte, verpflichtete Straelens finanzkräftiger Vorsitzender Hermann Tecklenburg, Ehemann von Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die ehemalige Nationalspielerin Inka Grings.

„Habe die Spieler vorgewarnt“

Die 40-Jährige ist damit die erste Frau in Deutschland, die ein Team aus den oberen vier Ligen trainiert. „Ich habe meine Spieler schon vorgewarnt, dass sie den Rummel ausblenden müssen“, hofft Capretti auf eine gewisse „Normalität“ an der Römerstraße und „dass wir uns auf uns selber fokussieren, denn alles andere können wir sowieso nicht beeinflussen“. Als hinfällig stuft Verls Trainer seine Erkenntnisse aus der Analyse von Straelens torlosem Remis beim SV Lippstadt vom vergangenen Wochenende ein. „Da Inka Grings sicherlich eigene Impulse setzen wird und Straelens Spieler sich nun besonders bemühen werden, dürfte der Auftritt in Lippstadt wenig aussagekräftig sein.“

Weitere Hintergründe zu den Partien des SC Wiedenbrück und SC Verl am 28. Spieltag der Regionalliga West lesen Sie am Samstag, 6. April, in der „Glocke“.

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