SCW: Sehnsuchtsziel Ligaverbleib erreicht
Foto: Rollié
Die Sause kann beginnen: Niklas Szeleschus traf in der 93. Minute zum 2:1-Siegtreffer für den SC Wiedenbrück.
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 „Wir wollen jetzt mehr als 52 Punkte holen“, sagte der stolze Chef des kickenden SCW-Kollektivs, das kurz zuvor noch nahe der Eckfahne ausgelassene Freudentänze vollführt hatte. In der Saison 2017/2018 hatten die Emsstädter jene Regionalliga-Bestmarke von 52 Zählern erzielt – mit Daniel Brinkmann als Spieler. Das nächste Etappenziel ist nur noch acht Zähler entfernt. 

Hingucker vom Feinsten

Geht da also noch was? Aber ja, sofern der SC Wiedenbrück während der noch ausstehenden neun Partien weiterhin so leidenschaftlich und spielstark wie gegen Oberhausen die Regionalliga-Rasen des Westens beackert. Das Duell mit RWO war ein Hingucker vom Feinsten. Schon bis zum 1:0 von Hendrik Lohmar, der nach einem Foul von Dominik Reinert an Phil Beckhoff kurz vor der Pause (44. Minute) vom Punkt traf, gab es keine Längen. 

Das setzte sich nach der Pause fort und mündete vorerst im 1:1 des mit Urgewalt anlaufenden Innenverteidigers Tanju Öztürk (62.). Das 1,91-Meterkraftpaket köpfte eine Ecke von Bastian Müller ins kurze Eck. „Ein 1:1 wäre auch o.k. gewesen“, sagte SCW-Trainer Daniel Brinkmann eine halbe Stunde später gönnerhaft, ehe er schelmisch grinste. Denn zu diesem Zeitpunkt war er gerade Zeuge eines neuerlichen Finale furioso seiner Elf geworden. 

In der Extrazeit nochmals Extraklasse

Es passte zum Spannungsbogen, dass Niklas Szeleschus erst in Minute 93. eine Vorarbeit von Lukas Demming zum Siegtreffer veredelte und wie in Mönchengladbach die Entscheidung erzwang. „Ein geiles Spiel“, resümierte Brinkmann. Wer wollte da ernsthaft widersprechen? Der Coach und sein Team hatten die Angriffswellen des Vierten oft mit einem massivem Fünfersperrwerk gebrochen. So weit es ging, denn der exzellente Gegner war nicht in Gänze kontrollierbar, wie die Chancen von Reinert (18., 42.), Turgrul Erat (17.) und Nils Winter (19.) zeigten. Auf der anderen Seite wurden Bjarne Pudel (7.), Phil Beckhoff (24.) und David Hüsing (35.) torgefährlich. 

In der zweite Hälfte begegneten sich die Kontrahenten anfangs wiederum auf Augenhöhe. Ab der 70. Minute bekam der SCW Oberwasser, während die Gäste vernehmlich zu mosern begannen. In der 93. Minute wurden sie dann mucksmäuschenstill, weil Szeleschus nach der letzten Pointe alle Lacher auf seiner Seite hatte.

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