Schüler und das Schweigen der Lämmer
Bild: Stiemke
Der Alte und der Neue? Joachim Krug (l.) kann nicht mehr, sein Co-Trainer Olaf Schüler wird wohl übernehmen, dann aber konsequent ausmisten.
Bild: Stiemke

Falls sich Olaf Schüler entschließt, den rotweißen Trümmerhaufen für die letzten zehn Spieltage von Joachim Krug zu übernehmen, dann gibt’s totes Lamm zu Ostern. Jede Menge.

 „Noch weiß ich es nicht. Eigentlich habe ich gar keine Zeit, und umsonst mach ich es ja auch noch“, wartet der Co-Trainer und Physiotherapeut mit Praxen in Herford und Hamm noch die nächsten Tage ab. Aber wehe, wenn er „Ja“ sagt, dann kreist die Axt.

Schon gestern bleckte er wütend die Zähne: „Da werden noch einige rasiert. Es kann ja nicht sein, dass wir Trainer mehr Gas geben als die Spieler. Das ist Kreisklasse.“

Gestern Abend war der erste Tag des Gerichtes: Damir Kurtovic und – wahrscheinlich auch – Marcel Ramsey sind die ersten Spieler, die suspendiert werden. „Vielleicht krieg ich den Ramsey noch hin“, überlegt Schüler noch, der aber sicher ist, Kapitän Bernhard Venker die Armbinde wegzunehmen. „Ich brauche keinen, der im Zweikampf zurückzieht“, ist Schüler stinksauer. „Lieber mit zwölf Spielern, die sich einbringen, als 20, die rumflennen, wenn man das Training etwas anzieht.“

Dass der Freund und Helfer von Joachim Krug vor Zorn ausrasten könnte, ist verständlich, wenn man weiß, dass nicht nur auf dem Platz Konfusion herrscht, sondern nun auch Vorwürfe laut werden, dass in der Kabine Diebstähle vorgekommen sein sollen. Tiefer kann ein Team nicht sinken, weshalb Schüler auch mit eiserner Faust aufräumen will. Kaputt gehen kann sowieso nichts mehr.

 Der wahrscheinliche Interim bis zum 3. Juni ist nämlich mit Herzblut dabei, er hat nicht nur das Winter-Trainingslager gesponsort, sondern plant auch, nächste Saison bei Marco Antwerpen wieder als Co-Trainer einzusteigen.

Den Spielern, empört er sich (an dieser Stelle vorsichtig umschrieben) fehle der Testikel, um ihren Mann zu stehen, und derjenige, der das Team zusammengestellt habe, könne nicht das komplette Service im Schrein gehabt haben. Es scheint, dass da nur jemand darauf wartet, das große Aufräumen zu beginnen, aber dann bitte konsequent. Denn das Beste, was RW Ahlen in dieser Krise passieren kann, ist das finale Schweigen der Lämmer.

SOCIAL BOOKMARKS