„Selbstvertrauen unter Zeche begraben!“
Am Boden: Dennis Ortmann wird bereits von anderen Vereinen umworben. Die DJK Vorwärts steckt tief in der Krise.

Dem Bezirksligisten droht nach zwei Jahren die Rückkehr in die Kreisliga. Was für einen Abstieg spricht: alles. Und für einen Klassenverbleib? „Mir fällt nichts ein“, ist Co-Trainer Pierre Hundt ratlos. Das Spiel am Sonntag war ein Offenbarungseid, der so grausam war, dass selbst blühende Optimisten wie Peter Meier längst wissen, „dass es ganz schwierig wird, die Liga zu halten“.

 Auch, weil Teile der Mannschaft resignieren. „Das Selbstvertrauen ist unter der Ahlener Zeche begraben“, sagt Hundt. Und auch Meier merkt: „Selbst ich als impulsiver Mensch erreiche die Jungs nicht mehr.“ Deshalb zieht Meier nun das Team in die Verantwortung: „Nur sie können das Ruder rumreißen, Führungsspieler müssen jetzt vorangehen.“ Nur, wie soll das klappen, wenn keiner kann und vielleicht auch nicht will? „Die Disziplin ist nicht so wie früher“, erklärt Pottgüter. Auch, weil wichtige Stützen wie Dennis Ortmann, Patrick Knörnschild, Marcel Hahnemann und Sebastian Pälmke von anderen Teams umwoben werden.

 „Ich kenne das von früher: Wenn dir andere Vereine einen Floh ins Ohr setzen und dir etwas Geld bieten, dann bist du nicht mehr ganz bei der Sache“, sagt Hundt, der mit Chef Ralf Pottgüter in dieser Woche die letzten Geschütze ausfährt und auf den Zusammenhalt setzt. „Freitag gibt es eine lockere Einheit mit nachher Pizza und Bier, um alle zusammenzuschweißen.“ Fruchtet das nicht, sieht Hundt nur noch einen letzten Ausweg: „Dann müssen wir Trainer uns überlegen, ob wir nicht doch zurücktreten.“ Peter Meier will das vermeiden. Denn: „Ich werde an den Trainern festhalten. Ich schmeiße keinen raus.“ Und auch Ralf Pottgüter macht keine Anstalten, seine Sachen zu packen. „Ich habe darüber nachgedacht. Aber aufgeben werde ich nicht!“

Mehr zur Lage bei Vorwärts Ahlen, Zitate und Informationen in der Glocke am Mittwoch.

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