Sieg - RW Ahlen kann es doch noch!
Der alte Fuchs! Cihan Yilamz leitete mit zwei Toren beim SV Rödinghausen den ersten Sieg nach 14 Partien ein.

Und das erstaunlicherweise mit einer Taktik, die seltsam an die ersten beiden Erfolge zum Ahlener Saisonstart erinnerten. Schöne Grüße vom geschassten Trainer Mircea Onisemiuc, allerdings ohne das berühmt-berüchtigte Tikkitakka vorm eigenen Strafraum: RW Ahlen ließ sich im Häcker Wiehenstadion zurückfallen, überließ den Gastgebern weitestgehend das Feld und „setzte Nadelstiche“, wie der Übungsleiter Erhan Albayrak es bereits vor dem Anpfiff gefordert hatte. Der Trainer hatte den vormaligen Stoßstürmer Gianluca Marzullo draußen gelassen, schickte sein Team lieber defensiv kompakt aufs Feld und suchte sein Heil im Konterspiel.

Und das funktionierte, wenn auch knapp. Aber Rödinghausen, das das deutliche Chancenübergewicht hatte, kam durch Kapitän Leenemann erst in der Nachspielzeit zum 2:3-Anschluss (90+3.), und dennoch: Steffen hatte nach Wiederanpfiff tatsächlich noch eine Großchance, die aber vom starken Alisic im Ahlener Tor pariert wurde. Der prompte Abpfiff beendete dann das Nervenspiel vor 810 Zuschauern an der Wiehe.

Die Gastgeber spielten also, erarbeiteten sich Gelegenheiten, aber Ahlen blockte und lauerte. Nun aber erlitt Rödinghausen das Schicksal, das Ahlen so oft selbst erlebt hatte. Steffen und Kargbo verpassten ihre ersten guten Möglichkeiten, und Yilmaz macht das Tor. Nach Vorarbeit des starken Abdallah, der rechts für Machtemes spielte, erzielte der Kapitän, zweite Spitze neben Klingenburg, das 1:0 (35.). Und legte nach der Pause das Zweite gleich nach: Klingenburg wird gefoult, der Spielführer verwandelt den Strafstoß zum 2:0 (67.).

Alles gut? Nein: Ohne Dramatik geht es dann doch nicht. Zehn Minuten später setzt Stefan Langemann nach und trifft zum Anschluss. Noch einmal zehn Minuten Bangen und Hoffen, bis sich der eingewechselte Yildirim, der vorher sogar die große Möglichkeit zum 3:0 verpasst hatte,  nach einem Befreiungsschlag von Travagli durchsetzt und zum 3:1 einschiebt (87.).  Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn Rödinghausen hatte sich nie aufgegeben, kämpfte bis zum Schluss weiter und war mit dem erneuten Anschluss um Haaresbreite dran am Punktgewinn. Diesmal aber waren Glück und Können auf Seiten der Rotweißen, die sich so mit einer Riesenerleichterung auf den drittletzten Platz vorgearbeitet haben. Vorerst.

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