SpVgg Dolberg kurz vor Selbstauflösung
Trostloses Feld: Die Platzanlage in Dolberg liegt seit Juni brach, die SpVgg Dolberg ist heimatlos. Das ist der Hauptgrund, dass der Verein nun kurz vor der Auflösung steht.

 Dabei entbehrt es nicht ganz der tragischen Ironie, dass die Hilfe bereits anrückt, aber vielleicht zu spät kommt, um den längst entstandenen Schaden wieder gutzumachen. Seitdem der Vorsitzende Björn Weinberg am 29. Januar zurückgetreten ist, steht man in Dolberg fast komplett führungslos und geschäftsunfähig da.

Allein noch Kassierer Christian Freund und André Dahmen, Leiter des Lauftreffs, halten einsam die Wacht bei einem Club, der eigentlich keine Heimat mehr hat.

Denn die sogenannte Platzanlage in Dolberg ist als Maulwurfsacker und ausgetrocknete Wiese seit Juni gesperrt. Verzweifeltes Ausweichen der verblieben Damen- und Herrenmannschaft an den Hövenerort in Ahlen scheiterte zu oft daran, dass auch dort ein regulärer Spielbetrieb nicht möglich war.

 „Ein halbes Jahr ist nichts passiert, ein halbes Jahr nur improvisiern“, sagt der ehemalige Vorsitzende Björn Weinberg. „Das überschreitet alle Grenzen von Funktionären und Spielern.“ Der Ex-Chef, der übrigens nach acht Jahren Vorstandsarbeit seinen Sessel aus gesundheitlichen Gründen in der fatalen Stresssituation geräumt hat, fügt an: „Das ist unglaublich nervenaufreibend. Zudem kein Licht, kein ordentliches Wasser, so ein Verein kann ja nicht attraktiv sein.“

Mit den Einnahmen mangels Heimspielen ist Dolberg auch die Jugend abhanden gekommen. Eine E-Jugend wechselte komplett zu RW Ahlen, die Minis existieren nicht mehr.

Gestern abend rückten Kreisvorsitzender Manfred Mielczarek und Staffeleiter Sascha Bork in Dolberg an, um mit den Fußballern ein Krisengespräch zu führen. „Wir wollen helfen, damit sie durchhalten“, sagt Mielczarek.

 Denn in Sommer soll Rettung kommen: im November beschloss die Stadt Ahlen, den Platz für 100 000 Euro zu sanieren. Ob es dann zu spät ist für den Verein?

Am Freitag, 22. Februar, gibt es in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einen weiteren Versuch, alle Führungsposten neu zu besetzen. Sollte sich erneut niemand finden, gehen bei der SpVgg Dolberg schon bald die Lichter aus. Und die geplante Sanierung bleibt das Gegenteil von gut: nämlich gut gemeint.

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