Stadtauswahl könnte bald Geschichte sein
Bild: Kreisel
Wohl vorerst zum letzten Mal sprach Jörg Böhle (l.) zu seinen Jungs von der Stadtauswahl. Der Trainer will sich den Stress der Zusammenstellung nicht mehr antun.  
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 „Ich bin bald 74 Jahre alt. Da muss ich mir diesen Stress nicht mehr antun.“ Dieser Standpunkt festigte sich über das Weihnachtsfest. „Ich habe während der letzten Tage dauernd Nachrichten bekommen. Da wird auch meine Frau sauer, wenn nur noch das Telefon klingelt“, betonte der Übungsleiter, der seit Jahren einen Mix aus Zweitvertretungen Ahlener Clubs aufbot.

Den Stress mit dauernden Ab- und Zusagen will er sich nicht mehr antun: „Mittwoch morgen hatten wir plötzlich nur noch fünf Leute. Da waren wir froh, dass Rot-Weiß uns ausgeholfen und noch zwei Leute gestellt hat.“ Das Phänomen ist allerdings nicht plötzlich aufgetreten. Die Zeiten, in denen die Spieler Böhle die Tür einrannten, um für die Auswahl zu kicken, sind vorbei.

„Die Spieler wollen einfach weniger in die Halle“, erklärt DJK-Trainer Manfred Bremann die Situation, „sie haben Sorge um ihre Gesundheit. Wir haben es bei Kevin Ortmann gemerkt. Der konnte am zweiten Tag wegen Knieproblemen nicht weiter machen.“

Die Beobachtung machen anscheinend auch andere Teams. Nur Vorwärts II hatte von sich aus im voraus Spieler gestellt. DJK-Kollege Bremann stellte allerdings klar: „Wir können die Mannschaft nicht nur aus Vorwärtslern stellen.“ Auch eine Anspielung auf die Vorjahre, in denen die Kicker vom Lindensportplatz der Auswahl ihr Gesicht gaben.

Ob das zusammengewürfelte Team dennoch eine Zukunft hat? Böhle kann sich das erst einmal nicht vorstellen. Die Auswahl mit A-Jugendlichen zu verstärken, scheitere daran, dass sie noch nicht spielberechtigt seien.

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