Stammgast Lübeck gewinnt im vierten Anlauf
Obwohl sich hier Nordhorns Toon Leenders durchsetzt, gewann der VfL Lübeck-Schwartau mit Niels Versteijnen (r.) den Wintercup.

 „Natürlich bin ich zufrieden, denn wir haben uns gut präsentiert. Aber ehrlich gesagt wären mir Punkte in der Liga lieber“, ordnete VfL-Trainer Piotr Przybecki den dritten Sieg im dritten Turnierspiel ein. Womit der Pole den Wert des Turniers nicht schmälern wollte. „Wir sind damit sehr zufrieden, konnten gegen verschiedene Mannschaften spielen und unseren Neuzugängen Spielzeit verschaffen.“

Mit einer starken ersten Halbzeit holte der Zweitligist, basierend auf der herausragenden Leistung von Torwart Dennis Klockmann, eine 15:10-Führung heraus. „Wir haben geduldig gespielt, haben es aber auch mit der schnellen Mitte gut gemacht“, lobte der ehemalige polnische Nationaltrainer sein Team. Beide Neuzugänge, der niederländische EM-Teilnehmer Niels Versteijnen, und Przemyslaw Mrosowicz zeigten, dass sie trotz jungen Alters in der Rückrunde eine wichtige Rolle spielen können.

Nach Wiederanpfiff machte Nordhorn-Lingen Tempo. Der eigentlich noch urlaubende EM-Teilnehmer Robert Weber wurde nach der Pause eingewechselt und erzielte noch neun Treffer, darunter sieben unglaublich sicher verwandelte Siebenmeter. Der Österreicher, der im EM-Spiel gegen die deutsche Nationalmannschaft lange auf der Platte gestanden hatte, bewies eindrucksvoll, warum er zweitbester Bundesliga-Torschütze ist. Auf dem Feld rappelte es dann bei einem Gegenstoß von Weber gewaltig zwischen den beiden EM-Teilnehmern im Finale des Wintercups. Für seine Attacke an der rechten Außenlinie sah der Niederländer Versteijnen im Lübecker Trikot die Rote Karte.

Nordhorn, mit dem aus Loxten kommenden Julian Possehl, kam nach Wiederanpfiff schnell auf 15:13 heran, kassierte beim Einsatz des siebten Feldspielers aber zwei Versteijnen-Treffer ins leere Tor zum 22:16, sorgte nach dem 25:25 (55. Minute) aber für eine hochspannende Schlussphase, in der der Zweitligist das (verdiente) glücklichere Ende hatte. Das erkannte auch Nordhorn-Trainer Geir Sveinsson an: „Die haben das clever gemacht. Unsere Einstellung war nicht gut genug. Mit diesem letzten Spiel war ich nicht zufrieden.“ Dem Turnier gab der Trainer ein dickes Lob: „Eine tolle Vorbereitung für uns.“

Die beste Stimmung und mit 600 die meisten Zuschauer hatte das Spiel um Platz drei zwischen OWL-Lokalmatador TBV Lemgo und dem dänischen Erstligazehnten Aarhus Handbold. „In der ersten Halbzeit sind wir schwer in die Abwehr gekommen, dann haben wir es verpasst, uns abzusetzen“, analysierte Trainer Florian Kehrmann den knappen 33:32-Sieg. Über die „Stresssituationen in der Schlussphase“ war der Trainer dann wieder froh.

Für das Turnier hatte Kehrmann erneut viel Lob übrig: „Top Niveau, für uns keine weiten Fahrten und super Organisation. Wenn es weitergeht, freuen wir uns, wieder dabei zu sein.“ Das wird Andreas Guntermann gern hören. „Die Lemgoer brauchen wir als Zugpferd.“ Insgesamt hatte der Handballobmann des TV Verl an den drei Turniertagen an allen Austragungsorten mehr als 3000 Zuschauer gezählt. „Der Freitag und Sonntag waren die besten Tage.“

Dass es auch 2021 einen Wintercup geben wird, ist sicher. „Die Mischung aus erster und zweiter Liga ist gut. Bei Holland als zweitem Gastland hat es vom Niveau nicht ganz gepasst“, bilanzierte Guntermann. Dem Initiator schweben für die Zukunft sechs bis acht Kooperationsvereine sowie ein großes D-Jugendturnier vor.

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