Standard-Pleiten sind bei RWA Standard
Wieder dabei und gut, aber später schwer enttäuscht: Kapitän Felix Backszat

 In der dritten Nachspielminute vergeigt RW Ahlen seine 2:1-Führung im Duell der Aufsteiger – und das, na klar!, nach einer Ecke. Der eingewechselte Wassinger hat Platz genug, mit seinem zweiten Tor zum Ausgleich einzunetzen. „Und wir brauchen die Punkte doch so dringend!“, fleht Antwerpen beinahe.

Vergeblich. Bei Dauerregen, Kälte und Dunkelheit – das THW half mit seinen Scheinwerfern nebenbei noch den Platz auszuleuchten – passten sich Spiel und Ergebnis problemlos den deprimierenden Bedingungen an. Auch ohne Meschede in der Abwehr (Zehennagel-Entzündung), dafür wieder mit Backszat, der beide Tore vorbereitete, lief es vorerst verdächtig gut für die Gäste.

 Neuzugang Darwiche traf nach müdem Start – gerade mal Bechtold verzeichnete zwei im Ansatz gefährliche Versuche – erstmals für RWA, aber Erndtebrück hielt meist aus der Distanz mit. Böhmer traf nur die Latte – natürlich nach einem Standard (43.). Eine erste Warnung, zumal der Erndtebrücker Offensive sogar Zeit hatte, den Ball noch von der Brust abtropfen zu lassen. „Nicht zu fassen!“, schimpfte Antwerpen, der schön Böses ahnte.

 Immerhin: Ahlen konterte mit Backszats Chance, der aber aus drei Metern frei stehend das Tor nicht traf (55.). Dafür sprang Bolat in die Bresche, der einen Backszat-Freistoß zur erneuten Führung versenkte. Noch waren zehn Minuten zu spielen, was sollte anbrennen?

Zum Beispiel das: Mit den Gedanken schon im Bus, ließ Ahlen den zweiten Pfosten unbewacht. Wo Wassinger goldrichtig stand. Zehn Sekunden später war das Spiel aus. Sind schon Standard bei RWA, diese Standard-Enttäuschungen.

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