„Stehen in den Startlöchern und hoffen“
Foto: Brandt
Dirk Oertker, Jugendwart und Spieler der ersten Mannschaft bei der Warendorfer SU, will alle Hebel in Bewegung setzen, um möglichst bald ein Angebot für den Nachwuchs machen zu können.
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 „Aber wir stehen in den Startlöchern und hoffen, dass wir bald zumindest unseren Nachwuchs wieder bewegen können“, sagt Dirk Oertker, Jugendobmann und Spieler der ersten Mannschaft. „Wenn ich die Kinder sehe, dann blutet mir das Herz.“

Freiluft-Variante als Alternative 

Jetzt will die WSU in naher Zukunft zumindest die Freiluft-Variante „AirBadminton“ für den Nachwuchs anbieten. Dort wird mit etwas schwereren Bällen an der frischen Luft gespielt. „Das wäre zumindest etwas, denn vom Wettkampfbetrieb sind wir noch ganz weit weg“, ist Oertker durchaus Realist. „Die Sorge ist natürlich da, Nachwuchsmannschaften überhaupt zusammenzubekommen. Wenn wir noch so einen Herbst und Winter erleben wie den vergangenen, dann wird uns das treffen. Wie sehr, das kann ich jetzt auch noch nicht einschätzen.“ 

Gerade im Jugendbereich ist eine Mitgliederfluktuation relativ normal. Das Problem ist derzeit nicht, dass Talente dem Sport den Rücken kehren, sondern vielmehr, dass keine neuen hinzugewonnen werden können. Das wird eben aktuell noch durch die Pandemie verhindert. 

Im Erwachsenenbereich dürfte es eher keinen personellen Aderlass geben. Im Gegenteil: Die Spieler der drei Seniorenteams I und II (Landesliga) und III (Bezirksklasse) bleiben dabei. Zudem hat die WSU einen Antrag für die Erste gestellt, in die Verbandsliga aufzusteigen, in der durch die Abmeldung einer Mannschaft ein Platz frei geworden ist. Mit der Entscheidung, ob die Warendorfer als souveräner Spitzenreiter zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs aufsteigen dürfen, rechnet der Verein spätestens Anfang Mai.

„Wohin sollen sie auch laufen“

„Unsere Jugendlichen sind tendenziell sehr vereinstreu, das gilt auch für die Erwachsenen“, weiß Oertker aus vielen Jahren Erfahrung im Vorstand der Badminton-Abteilung. „Aktiv weggerannt ist uns bisher noch keiner. Wohin sollen sie auch laufen, zu anderen Badmintovereinen können sie ja nicht“, nimmt es Oertker auch mit etwas Galgenhumor. „Ob das große böse Erwachen irgendwann noch kommt, wissen wir aber eben nicht.“

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