Stress und viel Ehre im Kreispokal
Helmpflicht: Wenn (v. l.) Nick Grieswelle, Torwart Sören Stauder und Maximilian Dahlhoff so wie hier aufeinanderprallen, dann kann es schon mal wehtun. Mittwoch soll es im Pokalfinale unter Nachbarn wieder rund gehen.

 „Unverschämtheit“, wettert Rolands sportlicher Leiter Manfred Westerbeck  über die Aussage vom Ahlener Kollegen Joachim Krug, der SC sei ein „Millionärsverein“ (Glocke am Dienstag). Der solle sich doch gefälligst um seine Sachen kümmern und nicht über andere reden, so Westerbeck. „15 Spieler sind bei uns, weil wir denen Arbeits- und Lehrstellen vermittelt haben. So machen wir das. Mehr bieten als Ahlen können wir auch nicht. Wir sind ein normaler Dorfclub, der sich nach oben gearbeitet hat“, schimpft Westerbeck über die Einmischung von Außen.

 Aber Schwamm drüber, zum Pokalfinale soll es wieder um den Sport gehen. Und da hat Westerbeck nichts gegen die Nachbarn. „Ich freu mich riesig mit, wenn Rotweiß aufsteigt. Auch Sonntag in Erndtebrück versuchen wir alles, dass Ahlen noch Erster werden kann.“ Was natürlich nicht bedeutet, dass man dem lieben Konkurrenten auch den Titel im Kreis gönnen würde. „Auch wenn wir einige Ausfälle haben, wir jammern nicht rum und versuchen alles“, kündigt Westerbeck für das halb-freundschaftliche Finale an. Nach zwei Niederlagen in der Liga soll doch wenigstens ein Sieg auf der Agenda stehen, auch wenn’s nur für die Ehre ist.

Dass Marco Antwerpen sich das Kreispokalfinale am liebsten sparen würde, ist kein Wunder und darf dem Trainer von RW Ahlen wohl nicht übel genommen werden. Und dennoch: „Herschenken wollen wir das Spiel nicht.“ Schließlich geht es gegen den SC Roland auch um Prestige.

„Klar wollen wir das Duell für uns entscheiden. Diese Einstellung gehört immer dazu, auch wenn es sportlich eher weniger interessant ist“, sagt Antwerpen, der sich am Montagabend das Topspiel der zweiten Liga zwischen Karlsruhe und dem SV Darmstadt anschaute und vor allem über die „Lilien“ des SVD staunte. „Unglaublich, was die für einen Willen, eine Leidenschaft an den Tag legen“, schwärmt Antwerpen, der seinen Jungs noch davon erzählen will. „Vielleicht gibt das für unseren Schlussspurt noch ’mal etwas Ansporn“, betont Antwerpen, der anfügt: „Uns kann man mit Darmstadt oder auch Paderborn vergleichen.“ Keine Kohle, aber das Herz am rechten Fleck – und somit ganz schön erfolgreich. Denn: „Mentalität schlägt Qualität.“

Könnte auch für Antwerpen in der Regionalliga gelten. „Diese Woche unterzeichne ich“, wartet der Übungsleiter nur noch auf Dirk Neuhaus’ Unterschrift auf dem Vertrag. Bevor es aber am Sonntag mit dem ASC Dortmund im Liga-Alltag weitergeht, steht nun das ganz kleine Endspiel auf Kreisebene an. „Da können sich die Spieler, die nicht so häufig zum Zuge kommen, für neue Aufgaben empfehlen.“

Meist ist  das Spiel um Platz drei  eine lästige Pflicht. Doch nicht am Mittwoch. Wenn A-Ligist Westfalia Vorhelm unter Trainer Dennis Averhage und die Aramäer Ahlen im kleinen Endspiel des Kreispokals im Wersestadion spielen, sind die Kicker heiß. „Wir nehmen das sehr, sehr ernst“, so Ilyas Celik, Vorsitzender beim B-Liga-Spitzenreiter. „Wir werden voll auf Sieg spielen.“

 Dabei kann die Truppe von Trainer Peter Kriesche personell fast aus dem Vollen schöpfen, bis auf Philipp Erlei stehen alle Mann zur Verfügung. „Gegen Vorhelm werden wir sehen, ob wir A-Liga-tauglich sind“, ist Celik gespannt und fügt an: „Westfalenpokal wäre echt schön. Vorhelm hatte ja mit Arminia Bielefeld im letzten Jahr Glück. Die könnten wir zwar nicht mehr bekommen, weil die ja wahrscheinlich in die zweite Liga aufsteigen, aber warum nicht Preußen Münster? Das wäre auch interessant“, grinst Celik.

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