„Stürmer muss ein bisschen krank sein“
Schluss mit Rumsitzen: Ahlens Stürmer Aaron Vasiliou ist fast wieder fit. Der Kämpfer hat Routine bei Verletzungen.

 Wer zwei Kreuzbandrisse überstanden hat, den kann nichts mehr erschrecken. „Vorsichtig bin ich, klar. Aber Angst darf man niemals haben. Ein Stürmer muss immer ein bischen krank sein“, grinst der 22-jährige und bereitet sich intensiv auf sein Comeback vor.

Fast schon Routine: Zuerst riss es im linken Knie als er als A-Jugend-Stürmer die SpVgg Erkenschwick mit noch 22 Toren in die Bundesliga schoss. Damit hatte gleichzeitig auch das Interesse vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim vorerst erledigt. Dann bei der SpVgg Hamm, fetzte es ihm Kreuz- und Innenband samt Meniskus weg. Wieder im linken Knie. „Da hab ich überlegt: Macht das jetzt noch Sinn?“, zweifelte selbst der robuste Optimist und begann vorsichtshalber eine Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann.

 Familie und Kumpels standen aber zu ihm. „Meine Freunde haben mir zugesprochen: Du bist doch ein guter Pöhler. Zieh’ das jetzt durch!“ Und Vasiliou zog es durch. Ein lächerlicher Mittelfußbruch beim Start in Ahlen ist dagegen schließlich ein Kindergeburtstag. Zuletzt, beim 1:3 in Bielefeld, hatte der 1,92-Meter-Mann mit griechischen Wurzeln seinen ersten Kurzeinsatz gegen Arminia Bielefeld. „Ich arbeite hart“, brennt er darauf, endlich wieder im Strafraum des Gegners Rabatz zu machen.

Vielleicht bald auch nicht mehr allein in der Spitze. Falls das Geld reicht, steht ein weiterer Stoßstürmer auf der winterlichen Wunschliste von Trainer Carlos Castilla. Auch ein neuer laufstarker „Sechser“ als Abräumer würde sich indes gut machen.

Kann Vasiliou derzeit völlig egal sein. Der freut sich auf ein intaktes Team und darauf, von den Flügelstürmern Richter und Nebi zu profitieren. „Die beiden sind Maschinen“, lobt er deren tödliche Pässe. „Da kannst Du auch Keeper Hinkerohe vorn stellen, der macht dann auch sein Tor.“

 Und überhaupt: RW Ahlen wäre auch was für länger. „Geile Fans, geiles Stadion, geile Typen im Umfeld. Der Verein gehört nicht nur in die Oberliga“, würde Vasiliou gern den Weg nach oben mitgehen. Wenn der Mittelfuß hält. Und das Knie heil bleibt. Besser aber, sich keine Sorgen zu machen. Denn: „Wer als Stürmer nachdenkt, der hat verloren.“

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