Tagträume auf dem Aufstiegsplatz
Traum Regionalliga: Für die Ahlener Fans – hier beim 1:1 in Gütersloh – wäre ein Aufstieg fantastisch. Für den Verein aber Fluch und Segen zugleich.

Natürlich ist dritte Platz nur eine Momentaufnahme, aber er zeigt auch, wie schnell es einen treffen kann, wenn man einen Lauf hat und die Konkurrenz schlampert. Wär’ auch alles prima, mühte sich RW Ahlen nicht einem einem Treibanker namens „Insolvenz“ durch die Gewässer der Liga. Und der hemmt alle voreiligen Aktivitäten. Könnte auch noch dauern, ehe ein Insolvenzplan abgesegnet wird, denn aktuell prüft noch das Finanzamt die Umsatzsteuer RW Ahlens in den damaligen Zeiten der Pleite, auch das scheint man erst abwarten zu müssen.

„Seit zehn Tagen habe ich nichts mehr gehört“, klagt Dirk Neuhaus. „Die rufen noch nicht einmal zurück.“ Und schaut sehnsuchtsvoll auf die Sponsoren-Verträge, in deren Kleingedruckten eine Bedingung steht: Ausschüttung nur bei Beendigung der Insolvenz. Natürlich plant der Vorsitzende, den Druck auf den Insolvenzverwalter Michael Mönig zu erhöhen. Aber wie nur?

Joachim Krug ahnt es: „So ein Anwalt lässt sich doch nicht von unseren Wünschen leiten. Der verdient doch an uns.“ Also bleibt ihm bei allen anstehenden Verhandlungen um Spieler und Sponsoren nichts anderes, als weiter zweigleisig zu fahren: von der realistischen Oberliga mit ehrgeizigen Plänen nächste Saison bis zur verträumten Option Regionalliga noch diesen Sommer. „Aber auch da kann ich kein Füllhorn ausschütten, kein doppeltes Gehalt versprechen“, laviert Krug irgendwie zwischen einem „Vielleicht“ und einem „Eventuell“.

Im April ist dann die Regionalliga-Kaution von 35 000 Euro fällig – für all die bis etwa Platz sechs, die noch Hoffnung haben, den großen Sprung zu schaffen. Ob RW Ahlen dann in Vorleistung geht, ist noch lange nicht ausgemacht.

Rolands Sport wächst schneller als das Umfeld

Roland (md) -  „Mittlerweile bin ich mit dem Rückrundenstart zufrieden“, zeigte sich Ismail Atalan versöhnlich mit seiner Mannschaft, die am Sonntag mit 1:0 gegen den SV Rödinghausen gewonnen hat, in der Vorwoche war er nach der 0:2-Niederlage noch ziemlich angefressen.

 „Mich freut, dass es eine Reaktion gab. Wir haben Fehler gemacht und daraus gelernt.“ Mit einer hochkonzentrierten und engagierten Leistung zog der SC Roland den Ostwestfalen am Sonntag den Zahn, besonders freute sich der Trainer für seinen Torschützen Pascal Debowiak. „Mich freut, dass einer der vielen Jungen das Spiel entschieden hat“, meinte Atalan. „Die Youngster um Debo, Kevin Krämer, Niklas Wittmann, Joachim Mrowiec, Mike Pihl und Philipp Sandhowe gefallen mir sehr gut.“ Torhüter Sandhowe profitierte dabei von einer Verletzung Sebastian Wessels in Ennepetal.

 Die Niederlage dort relativierte sich übrigens auch nach einer starken Leistung beim 6:1-Auswärtssieg in Heven. Das ist Atalan, der wie immer lieber auf seine eigene Mannschaft schaut, nicht so wichtig: „Wir hatten eine extrem junge Mannschaft und haben alles gegeben. Die Zuschauer haben gesehen, dass da eine Einheit auf dem Platz steht“, frohlockte er über die Leistung gegen Rödinghausen, das momentan bei zwei Nachholspielen einen Punkt hinter dem SCR auf Rang fünf steht.

 Mit sechs Pluspunkten ist allerdings nicht zu rechnen, am Mittwoch empfängt Rödinghausen den Klassenprimus aus Bielefeld (19 Uhr), der möglicherweise nicht aufsteigen darf, falls die eigenen Profis absteigen sollten.

 Eine Chance für den SC Roland? „Wir müssen realistisch sein. Sportlich wächst der Verein schneller als das Umfeld“, sagt Trainer Ismail Atalan. „Es nützt nichts, in der Regionalliga nur abgeschlachtet zu werden.“ Ähnlich sieht es der sportliche Leiter Manfred Westerbeck: „Ich möchte dem Vorstand nicht vorgreifen, aber ich kann mir bei aller Liebe nicht vorstellen, dass wir aufsteigen und eine Lizenz für die Regionalliga beantragen.“

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