Thon: „Chancen bei fünf Prozent“
Geballte Fachkompetenz: Hüls Trainer Olaf Thon (l.) und Ahlens Trainer Arie van Lent freuen sich auf das Pokal-Duell am Mittwoch Abend.

 Beide haben als Spieler schon den großen DFB-Pokal gewonnen. Van Lent mit Werder Bremen, Thon mit dem FC Schalke 04. Jetzt geht es darum, den Halbfinalgegner für den SC Verl oder den SV Lippstadt 08 zu ermitteln. Vor dem Duell standen beide Trainer im Interview Rede und Antwort:

 „Die Glocke“:  Herr Thon, wie groß ist die Vorfreude?

Olaf Thon: Wenn ich ehrlich bin, habe ich es bisher vermieden, auch nur mit einer Silbe RW Ahlen zu erwähnen. So versuchen wir, ein Spiel nach dem anderen abzuhandeln. Wir wollen uns immer auf die aktuelle Aufgabe konzentrieren. Auch wenn wir das Pokalspiel natürlich schon im Hinterkopf haben, sobald jemand bereits über Ahlen sprechen sollte, gibt’s eine Geldstrafe. 

„Die Glocke“: Herr van Lent, was erwarten Sie für eine Begegnung? 

Arie van Lent: Wir haben großen Respekt vor dem VfB Hüls. Wir unterschätzen keinen Gegner, denn wir haben in diesem Wettbewerb schon einmal am eigenen Leib erfahren müssen, was es heißt, gegen unterklassige Mannschaften zu spielen. In der ersten Runde sind wir erst im Elfmeterschießen gegen Roland Beckum weitergekommen. 

„Die Glocke“: Wie schätzen Sie die Chancen ein?

Thon: Unsere Chancen liegen bei etwa fünf Prozent. Man kann dieses Duell mit dem Spiel des FC Bayern München gegen Germania Windeck vergleichen. Wir werden wohl nicht viele Tore erzielen. Wir haben nach den letzten Spielen in der NRW-Liga auch einige Personalprobleme, darum wollen wir uns hier teuer verkaufen, defensiv stehen und solange wie möglich ein Unentschieden halten. Vielleicht lasse ich mir bis Mittwoch noch etwas anderes einfallen, zum Beispiel die Flucht nach vorne, aber das wird eher nicht passieren. 

„Die Glocke“: Von der Hauptrunde im DFB-Pokal würde Ahlen dann nur noch ein Sieg gegen Verl oder Lippstadt trennen.

 Van Lent: Soweit möchte ich gar nicht denken. Olaf hat zwar gerade gesagt, dass deren Chancen bei etwas fünf Prozent liegen, aber wer sagt, dass wir schon sicher weiter sind? Es wäre respektlos gegenüber dem VfB Hüls, wenn wir uns bereits damit beschäftigen, wer möglicher Gegner in der nächsten Runde ist.

„Die Glocke“: Herr Thon, wie schätzen Sie RW Ahlen ein?

Thon: „Wir haben Ahlen gegen Stuttgart II beobachtet; Im Sturm spielt ein sehr gefährlicher Matthew Taylor. Ich weiß auch, dass die beiden Innenverteidiger sehr groß sind, und man versucht, häufig über Außen zu spielen. Das Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff ist sehr schnell bei Ahlen – es wird halt schwer für uns.

 „Die Glocke“: Herr van Lent, nehmen Sie die Favoritenrolle an?

 Van Lent: „Das müssen wir ja. Unser Ziel muss es sein, das Finale in diesem Wettbewerb zu erreichen und uns für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Dafür haben wir besseren Karten als Hüls und die nötige Qualität.

 „Die Glocke“: Aber im Pokal ist nichts planbar, oder?

 Thon: Natürlich wissen wir das, dennoch wird Ahlen wahrscheinlich das Ticket zum DFB-Pokal lösen und vielleicht spielen sie ja dann gegen Schalke oder Bayern. Nach Berlin zu kommen, ist ein sehr schönes Erlebnis, das kann ich jedem nur empfehlen kann. Aber davon sind wir im Moment wirklich noch weit entfernt.

 Van Lent: Wie stehen jetzt vor dem Viertelfinale im Krombacher-Westfalenpokal. Das ist noch eine ganze Ecke vom DFB-Pokal entfernt und lässt sich auch nicht miteinander vergleichen. Dennoch hat der Pokal seinen ganz eigenen Reiz und wir freuen uns auf das Spiel gegen Hüls.

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