Tissen will keinen „Geister-Kampf“
Archivfoto: Havelt
Elina Tissen ist voll im Training. Die 34-jährige Profiboxerin aus Warendorf will sobald wie möglich wieder um die Weltmeisterschaft kämpfen, allerdings nur mit ihren Fans im Publikum.
Archivfoto: Havelt

Und das, nachdem die letzte geplante Veranstaltung am 24. Oktober 2020 coronabedingt kurzfristig abgesagt werden musste. 

Natürlich dürfte Tissen ihrem Beruf nachgehen und als Profisportlerin auch Kämpfe bestreiten. Die müssten allerdings ohne Zuschauer stattfinden. Das wiederum schließt ihr Trainer kategorisch aus. „Das wird nicht passieren“, sagt der Beckumer Maiki Hundt. „Ganz unabhängig von der finanziellem Seite und den Einnahmen aus den Ticketverkäufen brauchen wir auch einfach die Atmosphäre.“ 

Der geplante Kampf um die Weltmeisterschaft im Federgewicht soll noch stattfinden, die Frage ist nur wann. „Sicher erst dann, wenn wieder Zuschauer zugelassen sind“, macht Hundt klar. 200 Karten wurden im Vorfeld für den Kampf verkauft, die Halle wäre also bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen. Zurückgegeben wurden nur vier Tickets. „Das ist gigantisch und zeigt uns, dass die Fans Elina unbedingt sehen wollen“, sagt Hundt weiter. 

Von Geister-Kämpfen vor leeren Rängen hält er nichts. „Ich war als Offizieller bei so einer Veranstaltung in Gelsenkirchen“ verrät der Beckumer. „Sowas braucht kein Mensch. Da kann man es besser lassen.“ 

Tissen und Hundt warten also darauf, dass wieder Zuschauer kommen dürfen, wann auch immer das möglich sein wird. „Bis dahin trainieren wir ins Blaue hinein, aber das tun fast alle anderen ja auch.“ 

Das einzig vorstellbare Szenarion, dass Tissen doch ohne Zuschauer boxen würde, wäre eine Anfrage aus England oder den USA. „Wenn da ein Angebot kommen würde, müsste man als Profi natürlich darüber nachdenken“, sagt Hundt. Denn auch für Tissen liegen die Einnahmen, die sie mit ihrem Sport erzielt, derzeit nah an der Nullgrenze.

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