Trainerfrage soll bis Februar geklärt sein
Ralf Lietz  bat zur Vorbereitung auf den zweiten Saisonteil in der zweiten Liga.

 „Auch wenn es nur drei Wochen waren, das kommt einem vor wie ein halbes Jahr“, sagte der Coach zu Begrüßung. Wirklich zahlreich war der erste Aufgalopp aber noch nicht. Die Spielerinnen aus Kaiserau nehmen ohnehin nur zweimal in Woche am Training teil. Außerdem fehlten die angeschlagenen Melanie Ott und Lena Lückel. „Bei unserem kleinen Kader sind es dann eben nicht mehr“, sagte Lietz.

Als Neuzugang darf er künftig Jill Eis aus der U17 begrüßen. Seine Entscheidung, den Vertrag mit dem FSV nicht zu verlängern, teilte Lietz der Mannschaft im Bus auf der Rückfahrt vom Pokal-Viertelfinale in Freiburg mit. „Ich hatte den Eindruck, die Mannschaft war traurig“, schilderte Lietz seine Eindrücke. Kapitänin Marina Hermes sagte: „Für die Mädels kam das überraschend. Mit mir hatte Ralf ja bereits vorher gesprochen.“

Die Mittelfeldspielerin bedauert die Entscheidung des Trainers. Hermes: „Er ist ein toller Typ und einer der besten Trainer, die ich beim FSV hatte. Vor allem auch neben dem Spielfeld passte das Verhältnis. Es ist schade, aber die Gründe kann ich verstehen.“ Hermes räumt ein, fußballerisch manchmal durchaus unterschiedlicher Meinung zu sein, was sie aber als normal beschreibt. „Jetzt wird es schwer, einen guten Trainer zu finden, der das für so wenig Geld macht“, sagte Hermes.

Heiß gehandelter Kandidat ist Mark Oliver „Mo“ Stricker. Der beim VfL Wolfsburg freigestellte Co-Trainer schaute schon mehrfach beim FSV vorbei – zuletzt am Samstag bei den Hallenmasters. Stricker befindet sich im Gespräch mit FSV-Geschäftsführer Michael Horstkötter. Christian Franz-Pohlmann, Trainer der U17 und seit Montag angehender A-Lizenz-Inhaber, gehört ebenfalls zum Kreis der Kandidaten. Wunsch von Michael Horstkötter ist, Stricker als Trainer des Zweitligateams mit Franz-Pohlmann als Co und weiter Trainer der B-Mädchen. Doch die Finanzierung gestaltet sich schwierig, denn Stricker ist Vollzeittrainer. „Im Moment kriegen wir das so nicht gestemmt“, hofft Horstkötter eine Regelung über eine ergänzende Arbeitsstelle zu finden. Bis Ende Januar möchte er das Thema abgeschlossen haben.

Mark Oliver Stricker bestätigte gestern lockere Kontakte zum FSV Gütersloh: „Das ist eine Adresse, die mir Spaß machen würde.“ Gleichzeitig machte er seine Entscheidung von dem Umfeld und der Perspektive des Vereins abhängig. Stricker (Bild) stellte die Frage: „Wo will der Verein überhaupt hin?“ Darüber sei in den „losen Gesprächen“ mit Michael Horstkötter bisher nicht gesprochen worden.

Im Sommer läuft Strickers Vertrag mit dem VfL Wolfsburg aus. Der 41-Jährige erklärte, dass er bei einem neuen Verein natürlich gerne mit einem nachhaltigen Konzept arbeiten möchte. Grundsätzlich sieht Stricker den FSV Gütersloh auf einem guten Weg. Stricker: „Es gibt eine gute Jugendarbeit. Das ist ein Fundament, auf dem man aufbauen kann. Von der Tendenz her arbeitet der FSV in die richtige Richtung“ Dabei blickt Stricker hinauf zur ersten Liga und möchte eine realistische Chance sehen, sich dort zu etablieren. „Aus der zweiten Liga Nord hat das in den vergangenen Jahren kein Verein geschafft“, sagt Stricker.

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