Trainingspausen von vier Tagen bis zwei Wochen
Nur eine kurze Pause ist für die Zweitligafußballerinnen vorgesehen, rechts Shpresa Aradini vom FSV Gütersloh.

 „Aber unser Viertelfinale im Pokal gegen den Erstligisten VfL Wolfsburg am Samstag, 21. März, ist noch angesetzt“, wunderte sich FSV-Trainer Steffen Enge gestern Nachmittag über die Uneinigkeiten: „Da sind halt zwei verschiedene Gremien zuständig.“ Mit seinen Spielerinnen wollte sich Enge gestern Abend beim Training über das weitere Vorgehen abstimmen. „Falls einige von ihnen Bedenken haben, werden sie natürlich nicht gezwungen, an Trainingseinheiten teilzunehmen.“ Angesichts der vorerst nur kurzen Pause mit dem Ausfall der Meisterschaftsspiele gegen Hoffenheim und Andernach steht für den FSV-Trainer allerdings fest, dass es kaum möglich sein dürfte, die Füße gemütlich hochzulegen. „Wir wollen schon etwas unternehmen. An der frischen Luft soll es mit Blick auf das Virus auch nicht ganz so riskant sein“, würde Steffen Enge den Trainingsbetrieb am liebsten aufrecht erhalten.

 Ansonsten aber erhielten die Spielerinnen ein Programm mit nach Hause, um sich in Eigenregie fit zu halten, damit nach der Pause nicht noch einmal an den Grundlagen gearbeitet werden müsse. Der Zeitpunkt der von oben verordneten Zwangspause kommt Güterslohs Trainer gelegen. „Derzeit stehen wir vier Punkte über dem Strich. Sollte unsere Saison also wie im Eishockey sogar abgebrochen werden, befinden wir uns auf der sicheren Seite“, macht sich Steffen Enge derzeit keinen Sorgen um den Klassenerhalt: „Bei einem ungünstigeren Tabellenstand ginge ich sicherlich mit Bauchschmerzen in die Zwangspause.“

 Diesbezügliche Sorgen muss sich Guerino Capretti überhaupt keine machen. Eher in die andere Richtung, dass es bei einem Saisonabbruch keinen Aufsteiger geben könnte und somit die beste Spielzeit der Verler Vereinsgeschichte zu Makulatur verkommen würde. „Wir haben uns so viel erarbeitet, haben so hart gearbeitet, da wollen wir uns von Corona nicht aufhalten lassen“, hat Capretti seinem Team aber jetzt vier Tage frei gegeben: „Kommenden Mittwoch geht es mit einer Doppeleinheit weiter. Ich möchte nicht darauf spekulieren, dass die Zwangspause länger ausfällt“, plant der SC Verl Stand gestern Nachmittag mit der Rückkehr in den Spielbetrieb mit der Partie gegen die Sportfreunde Lotte. „In der Woche davor wollen wir deshalb in den normalen Trainingsrhythmus zurückkehren“, sagt Capretti, denn „alles andere wäre fahrlässig“.

Von der kurzfristigen Absetzung zeigt sich Daniel Brinkmann, Trainer des Oberligisten SC Wiedenbrück,  etwas überrascht. „Das ist eine ganz neue Situation für uns, die wir erst noch mit dem Vorstand besprechen müssen“, konnte sich der Ex-Profi mittags zum sportlichen Ablauf in den spielfreien Wochen nicht konkret äußern. Doch der Verein sorgte ein paar Stunden später für klare Verhältnisse. „Der SC Wiedenbrück wird den kompletten Trainingsbetrieb ab Montag in allen Abteilungen zunächst bis auf weiteres einstellen“, teilte Geschäftsführer Bernhard Hartmann mit.

 Sein Oberligakollege Julian Hesse findet die Zwangspause absolut richtig. „Die Gesundheit geht vor, da steht der Fußball an zweiter Stelle“, lautet die klare Ansage des Trainers des FC Gütersloh. Hesse hat eine Entscheidung schon getroffen: Kein Training in den kommenden zwei Wochen. „Wobei es auch um unsere älteren Betreuer geht, wir wollen sie keinem unnötigen Risiko aussetzen“, erklärt Hesse.

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