Tünte nach Beckum - die „Zehn“ wird frei
Unter Kollegen: Hier wird Rouven Tünte (in Rot) noch von den Beckumern (v. l.) Patrick Schmidt, Milad Ghafori und Till Kappelhoff in die Zange genommen. Im Januar spielen sie gemeinsam.

 Ob Semih Daglar jetzt aber von der 23 auf die beliebte Zehn von Rouven Tünte umsteigen kann, ist noch lange nicht ausgemacht. Der Sportliche Leiter des SC Roland will lieber noch abwarten. Denn man muss sich Tüntes Leibchen natürlich erst noch verdienen. Der nämlich wechselt ab sofort zum lieben Nachbarn, der Beckumer SpVgg, und wird aber auch beim Liga-Konkurrenten um die Stammplätze kämpfen müssen.

 „Ein Top-Fußballer“, freut sich also sein neuer Chef, Beckums Trainer Erdal Kaleoglu. „Aber bei uns muss jeder erst einmal seine Leistung bringen.“

So halten sie es natürlich auch in Roland, wo man Tünte – sicherlich auch mit einem kleinen finanziellen Trostpflaster – ungern gehen ließ. Aber: „Er war oft verletzt, hat wenig gespielt und wollte deshalb gern auf gutem Beckumer Rasen weitermachen. Das verstehen wir“, nickt Westerbeck, der zusammen mit dem ganzen Verein immer wieder mit dem Beton-Kunstrasen hadert.

Zwar hat die Stadt einen neuen Belag für 2020 angekündigt, das aber glauben sie in Roland erst, wenn der wirklich liegt. Bis dahin habe es, so Westerbeck, auch in diesem Winter weitere Absagen wegen des schwierigen Untergrundes gegeben. „Deprimierend“, seufzt der Sportchef, der auch den Vertrag mit Berekat Oduncu aufgelöst hat. Auch hier: zu viel verletzt, zu wenig gespielt. Vielleicht geht es woanders besser.

 Dennoch, Ersatz ist da. Nicht nur, dass Dustin Grewe nach seinem Mittelfußbruch (im Kunstrasen hängengeblieben, was sonst?) das Training wieder aufnimmt, auch extern wurde Roland fündig. Vom Ligakonkurrenten SC Herford kommt Stürmer Khalil Kleit (24), der beim SCH noch ohne Einsatz in der Saison war und immerhin mal im Profikader Arminia Bielefelds stand. „Echte Verstärkungen, da sind wir sicher“, freut sich Westerbeck und hat den Kampf um Tüntes „Zehn“ damit neu eröffnet.

Was auch für nebenan gilt. In Beckum rüstet man für den Kampf gegen den Abstieg. Und so hat man eben nicht nur Rouven Tünte für die Offensive geholt, sondern auch Djaniny Cleitson Dos Santos Tavares, der mit diesem Fußballer-Traumnamen schließlich auch mal Roländer war, bevor er mit Kaleoglu in Hamm, danach in Erkenschwick aktiv war. Immer, es bewahrheitet sich dauerhaft, trifft man sich zweimal im Leben.

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