Verhuschte Geplänkel und ein 1:0 für RWA
Das wird eng: Ahlens Damir Ivancicevic mit Platznot zwischen Rolands Nils Hönicke (l.) und Sven Höveler.

Ach Gott, ja, ein bisschen Schönreden ist erlaubt, wenn es um die Mutter aller Derbys geht. Die war aber an diesem Sonntag eher eine Rabenmutti, die ihre zwei zerzausten Sprösslinge arg vernachlässigte. Denn hübsch anzuschauen war das Duell der Nachbarn wahrlich nicht. Muss aber auch nicht, denn dass taktische Spiegelfechterei ein Topspiel der Oberliga dominiert, ist wohl verzeihlich, wenn sich beide Gegner respektieren und ein bisschen Angst haben, wie Anfänger ausgekontert zu werden.

„Roland hat eines der besten Teams der Liga“, lobte Ahlens Hakan Gültekin, und Gegenüber Bernhard Venker schloss sich an: „Beide Teams haben ein richtig gutes Spiel gemacht.“ Was stimmt, so lange es das „Wollen“ betraf, das nämlich, was Fatih Kalintas „interessant“ nannte. Das „Tun“ hingegen, war im verhuschten Mittelfeld-Geplänkel eher ausbaufähig und ist schnell erzählt.

In der ersten Hälfte ein klarer Punktsieg für die Gastgeber, die – allerdings so gut wie ohne Chancen – feldüberlegen waren. Während Ahlen noch mit dem buckligen Kunstrasen und der eigenen Zaghaftigkeit kämpfte, war es Daglar, der einmal Stauder im RWA-Tor prüfte (30.).

Raus aus der Kabine und mit dem eingewechselten Vasiliou neben Ivancicevic hatten die Rotweißen endlich ihre wilden, druckvollen 20 Minuten. Und das ausgerechnet waren die mit dem Goldenen Tor. Rolands Keeper Sander kann den ersten Versuch von Ivancicevic noch wegfausten, aber Schaffer lauert auf Halbrechts, schießt noch Mike Pihl an, von dem aus der Ball ins Netz abklatscht (56.).

 Das war’s eigentlich schon an Höhepunkten, sieht man davon ab, dass Ahlen sich hernach wieder zurückfallen ließ und dem zu pomadigen Roland das Feld überließ. Und sieht man davon ab, dass Ivancicevic noch einmal aus der Distanz das Außennetz traf und Stauder einen Versuch von Daglar fing. Alles andere war viel Geplänkel, wenn auch ein „intensives“ – wie Kalintas passend analysierte. Und ein von RW Ahlen durchaus „präsentes“ Spiel, wie Antwerpen richtig erkannte. Ein bisschen Recht sollen sie ja auch haben.

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