Verl freut sich auf den Hexenkessel Hafenstraße
Bild: Nieländer
Gefragte Qualitäten: Nach seiner Gelbsperre soll Julian Schmidt (r.) Verls Defensive heute Abend an der Essener Hafenstraße wieder zu mehr Stabilität verhelfen.
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Es ist die imposante Fan-Kulisse, die selbst Verls Trainer Andreas Golombek mächtig beeindruckt. „Die ist sensationell. Wenn du da hinfährst, dann glaubst du gar nicht, dass es nur um Regionalliga-Punkte geht“, freut sich der Ex-Profi auf die 90 Minuten an der Hafenstraße.

Geht es mit in dieser Saison durchschnittlich knapp über 600 Zuschauern im heimischen Stadion an der Poststraße eher typisch ostwestfälisch zurückhaltend bei den Fans zu, so ist im Ruhrgebiet deutlich mehr los. Rund 8000 Fans pilgern zu den Heimspielen der Rot-Weißen, da passt es, wenn Golombek behauptet: „Rot-Weiß Essen ist eine Religion.“

Die Ansprüche der Fans an ihre Mannschaft sind beinahe größer als das 20 000 Zuschauer fassende Stadion. Nur kann die Leistung auf dem Rasen mit den Emotionen auf den Rängen selten mithalten. Als Konsequenz trennte sich der Verein vor kurzem von seinem Trainer Waldemar Wrobel und holte Marc Fascher als Nachfolger. Der kennt die Regionalliga, führte im Mai 2011 Preußen Münster in die dritte Liga. In Essen wirkte Fascher bislang glücklos, holte in drei Spielen nicht einen Punkt. Entsprechend groß ist bereits der Erfolgsdruck, der auf dem RWE-Trainer lastet.

Faschers Verler Kollege Golombek hofft, dass sich bei den Rot-Weißen der Fokus bereits auf das Pokalspiel gegen den Zweitligisten MSV Duisburg richtet. Denn am kommenden Dienstag ist RWE Gastgeber für die „Zebras“ im Halbfinale des Niederrheinpokals. Golombek: „Deshalb haben wir am Freitag gute Chancen an der Hafenstraße.“

Die sollte der SCV nutzen, ansonsten drohen die Ostwestfalen, ihr Saisonziel 50 Punkte ein wenig aus den Augen zu verlieren. Verzichten muss Andreas Golombek auf den Einsatz von Manuel Rasp, der eine Leistenzerrung noch nicht ganz auskuriert hat. Hinzu gesellen sich die beiden Langzeitverletzten Sascha Brinker und Cinar Sansar.

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