Verl verliert einen Leistungsträger
Bild: Dünhölter
Wechsel: Marcel Leeneman zieht es nach der Saison von Verl zum SC Wiedenbrück. 
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 Mit dem sich abzeichnenden Weggang von Angreifer Thomas Bertels droht an diesem Wochenende ein weiterer Substanzverlust beim mittlerweile im grauen Regionalliga-Mittelfeld abgesackten Club von der Poststraße.

Der Eindruck drängt sich auf, dass die SCV-Verantwortlichen mit der eingeschlagenen Personalpolitik alles andere als ein glückliches Händchen haben. Sollte dies etwa System haben?

 Denn bereits im vergangenen Jahr beklagte Fußball-Verl mit den Abgängen Flottmann, Knappmann und nicht zuletzt Freiberger immensen Qualitätsverlust, der bis dato nicht aufgefangen werden konnte und sich durch den Winterverkauf von Bastian Müller zum FC Bayern München abermals verschärfte. Die bis dato ungelöste Sturmproblematik unterstreicht die bizarre Personalpolitik vor einer kommenden Regionalliga-Spielzeit, die einer Freizeit-Fußballliga gleichkommt.

Insofern liegt die Verler Personalpolitik genau auf Kurs. Während die verbandsoberen Regionalliga-Planer mit dem Verzicht auf einen Absteiger eine ganze Liga der Lächerlichkeit preisgeben, verzichtet der Sport-Club offenbar darauf, auch die letzte verbliebene Qualität weiter an sich zu binden.

Die Auswärtspartie gegen die Reserveprofis des 1. FC Kaiserslautern versprüht einen Vorgeschmack auf das, was alle Regionalliga-Beteiligte in der kommenden Saison erwartet. Langeweile pur, weil es ohne Anreiz schlichtweg um nichts geht und die 90 Minuten auf dem grünen Rasen nicht mehr als eine Selbstbefriedigung des Spieltriebs darstellen. Mal ehrlich, wer will das denn sehen?

„Ein ganz schmutziges Ding vom SC Wiedenbrück“

In ungewöhnlich krasser Form hat sich Raimund Bertels, Coach des Fußball-Regionalligisten SC Verl, zu dem Wechsel von Marcel Leeneman zum SC Wiedenbrück geäußert. „Das ist ein ganz schmutziges Ding von SCW-Coach Thomas Stratos, SCW-Vorstandsmitglied Burkhard Kramer und Marcel Leeneman“, titulierte Bertels den Wiedenbrücker Überraschungs-Coup.

 „Wir stehen wie die Deppen da, weil wir einfach zu gutgläubig waren, dabei hat Wiedenbrück alle Absprachen gebrochen und uns hat Marcel Leeneman nicht den Hauch einer Chance gelassen, obwohl wir ihm ein gutes Angebot gemacht haben“, führte Bertels weiter aus.

In diesem Zusammenhang wunderte sich der Verler Coach über das finanziell opulente SCW-Angebot. „Mir hat Marcel gesagt, dass er soviel in Wiedenbrück verdient, dass er das Angebot nicht ausschlagen kann“, hat Bertels nach Bekanntwerden des Abgangs das „Kriegsbeil ausgegraben“. „Von wegen Freundschaft, Wiedenbrück ist ab sofort Konkurrent“, sagte Bertels.

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