Verls irrer Endspurt bringt erste Punkte
Test gelungen: Thomas Fröbel erzielte nach seiner Verletzung zehn Tore für Verl.

Der 36:35 (16:16)-Sieg sorgt aber nicht für Zufriedenheit. Beide Seiten wirkten hinterher konsterniert. Die Gäste legten gut los und führten mit 5:1. Nach einer Roten Karte mit Bericht gegen Marius Roggenland kam ein Bruch ins Spiel, die Stabilität in der Defensive bröckelte.

Verl egalisierte zum 10:10 undblieb bis zur Pause (16:16) gleichauf. Der lange verletzte Verbandsligaspieler Thomas Fröbel (10 Tore) zog bei seinem ersten Belastungstest für die Reserve die Fäden. Trotzdem war es zunächst wieder die TSG, die nach dem Seitenwechsel den Ton angab: Über 28:20 und 32:25 (50.) hatten die Harsewinkeler alles im Griff. Besonders Dustin Lohde (11 Treffer) sowie Keeper Alexander Kaup überzeugten.

In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Nach mehr als 58 gespielten Minuten führten die Gäste noch mit 35:32. Verl stellte seine Abwehr auf eine Manndeckung um und überforderte damit die Harsewinkeler. „Innerhalb einer Minute werfen wir den Ball viermal weg. Diese individuellen Fehler hatten nichts mit Handball zu tun“, berichtete TSG-Trainer Stephan Nocke. Der starke Verler Dejan Jovanovic stibitzte die Kugel oder zog clever ein Stürmerfoul. Zehn Sekunden vor dem Abpfiff netzte Thomas Fröbel den letzten, entscheidenden Wurf ein und besorgte dem Schlusslicht den ersten Saisonsieg.

„Mit der Leistung bin ich höchst unzufrieden“, erklärte TVV-Coach Maik Ewers dennoch: „Wir nehmen die Zähler dankend an, aber eine Trendwende habe ich nicht ausgemacht.“ Durch den Erfolg bleiben die anderen Konkurrenten aus dem Tabellenkeller halbwegs in Sichtweite. Harsewinkel wäre mit einem Auswärtssieg wohl uneinholbar davongezogen.

 Entsprechend finster sah die Gemütslage bei Stephan Nocke aus: „Das war schon sehr bitter.“

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