„Verstehe, dass Spieler gehen wollen“
„Ich weiß bis heute nicht, warum ich entlassen worden bin.“ RW Ahlens ehemaliger Trainer Marco Antwerpen, jetzt verantwortlich bei Viktoria Köln.

Die Glocke: Herr Antwerpen, warum mussten Sie gehen? 

Marco Antwerpen: Ich weiß bis heute nicht, warum ich entlassen worden bin. Ich habe den Verein in ganz andere Regionen geführt, stand am Ende nie auf einem Abstiegsplatz und ich hätte natürlich gerne das Pokalfinale gespielt. 

Die Glocke: Sie haben auch nie gefragt?

 Antwerpen: Doch. Der Vorsitzende Dirk Neuhaus hat mir die Freistellung nach der Veröffentlichung des offenen Briefes mitgeteilt. Aber er blieb sehr schwammig. Also, ob das sportliche Gründe gehabt hatte, weiß ich bis heute nicht. Ich hab sogar um eine schriftliche Begründung gebeten, die ist nie gekommen.

 Die Glocke: Klassenerhalt und Finaleinzug: Sind sie ein enttäuscht, dass andere ihre Arbeit beendet haben?

Antwerpen: Erst einmal ist es auch das Verdienst der Mannschaft und nicht eines Einzelnen. Und dann ist das eben so: Menschen entscheiden, und Menschen entscheiden auch mal falsch. Ich bin da ganz entspannt. Gut, die Feier mit den Fans, die hab ich verpasst, das wäre bestimmt schön gewesen. 

Die Glocke: Also kein Groll im Blick zurück?

 Antwerpen: Nein. Gut, ich bin ein bisschen traurig, aber nicht wütend oder böse. Ich denk schon mal drüber nach, dass ich noch kein Pokalspiel mit Ahlen verloren habe (lacht). Schade. Was mich etwas stört, ist, dass sich nur Manager Joachim Krug bei mir für meine Arbeit bedankt hat. Niemand sonst. Das zeigt schon, welche Wertschätzung der Verein seinen Mitarbeitern gegenüber hat. Siehe auch die Fluktuation der Spieler jetzt. Genau die richtige Reaktion. Kann ich verstehen, dass die gehen wollen. 

Die Glocke: Welche Rolle haben Sie denn nun wirklich in der Affäre um den Offenen Brief gespielt? Waren Sie nicht Mit-Initiator?

 Antwerpen: Nein. Ich wurde ganz normal von der Mannschaft informiert, die ja komplett dahinterstand. Und ich hab nur signalisiert, dass ich das Team allen Belangen unterstütze. Das war pure Verzweiflung, die Jungs wussten einfach nicht, was sie sonst machen sollten.

Die Glocke: Kriegen Sie denn auch noch Geld von RW Ahlen?

Antwerpen: Was denken Sie denn? Weiter kein Kommentar.

Das vollständige Interview, Antwerpens Einschätzung seiner Arbeit in Köln und im Rückblick der Zeit in Ahlen, lesen Sie in der Glocke am Samstag.

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