„Versuchen nicht, Erfolg einzukaufen“
Bild: Hoheisel
Sein Revier: Dirk Sellemerten steht an der Trainerbank von Rot-Weiß Mastholte. Der 47-Jährige ist bereits seit der Saison 2004/2005 für die erste Mannschaft von der Brandstraße verantwortlich.
Bild: Hoheisel

„Die Glocke“: Seit dem 3:1 gegen Suryoye Paderborn am vergangenen Spieltag ist der Klassenerhalt von RW Mastholte quasi perfekt. Geht’s also ab dem Spiel gegen Peckeloh am Sonntag nur noch um Jux und Tollerei?

Sellemerten (lacht): Nein, die Mannschaft ist sportlich zu sehr veranlagt, um jetzt herunterzufahren. Wir haben in der Rückserie gezeigt, wozu wir imstande sind, haben uns entwickelt und viele Partien positiv gestaltet. Nun schauen wir von Spieltag zu Spieltag und wollen mal sehen, was wir in Peckeloh mitnehmen können.

„Die Glocke“:  Mal etwas ernsthafter: Täuscht der Eindruck, dass diese Saison nichts Halbes und nichts Ganzes ist?

Sellemerten: Nun ja, Abstiegskampf will natürlich niemand. Und klar wünscht man sich, oben mitspielen zu können. Aber in der vergangenen Saison waren wir Fünfter, davon sind wir jetzt nicht mehr weit entfernt. Zur Zeit läuft es gut, der Kader ist sehr ausgeglichen besetzt. Das war in der Hinrunde leider nicht so.

„Wurden in diese Rolle hineingedrückt“

„Die Glocke“: Sie haben es angesprochen: Nach dem Abstieg aus der Westfalenliga wurde Ihr Team in der Vorsaison Fünfter, jetzt steht es auf Platz sieben. Ist das gewollte Stagnation?

Sellemerten: Uns ging es nach dem Abstieg erst einmal darum, den berühmten Fahrstuhl anzuhalten. Man sieht es ja beispielsweise am SC Paderborn oder Fortuna Düsseldorf, die nach ihrem Abstieg aus der Bundesliga große Probleme hatten. Außerdem wurden wir seitens der Presse im letzten Jahr auch ein wenig in die Rolle hineingedrückt, als Absteiger unbedingt wieder oben mitspielen zu müssen. Aber so einfach ist das nicht.

„Die Glocke“: Aber mittel- bis langfristig sollte es doch schon das Ziel sein, den Aufstieg wieder anzupeilen, oder?

Sellemerten: Wir durften zwei Jahre in der Westfalenliga mitspielen, das war eine tolle Erfahrung für den ganzen Verein. Aber wir gehören nicht zu den Clubs, die versuchen, Erfolg einzukaufen. Für uns ist es schon eine tolle Sache, sich in der Landesliga zu behaupten. Es wird nie so sein, dass wir vor einer Saison sagen, aufsteigen zu müssen.

Was Dirk Sellemerten über Abgänge von Leistungsträgern denkt und ob er selbst Wechselgedanken hegt, lesen Sie in dem kompletten Interview mit Mastholtes Trainer in der „Glocke“ am Samstag, 9. April.

SOCIAL BOOKMARKS