„Völlig richtig, einen Cut zu machen“
Bild: Nieländer
Ganz dicht vor dem vorzeitigen Titelgewinn wurden Jonas Kalter und die TSG Harsewinkel gestern vom HVW ausgebremst. Geschützt werden vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus sollen durch die Einstellung des Spielbetriebs bis zum 19. April die Zuschauer.
Bild: Nieländer

Um 16 Uhr hatte der Handballverband (HV) Westfalen am Donnerstag mitgeteilt, dass der Spielbetrieb im Kinder- und Jugendbereich ab sofort für die Saison 2019/2020 eingestellt wird. „Der Erwachsenenspielbetrieb ruht bis auf Weiteres“, heißt es auf der Homepage des HVW. Und weiter: „Spätestens zum 19. April 2020 wird über eine mögliche Wiedereinsetzung des Spielbetriebs der Seniorenmannschaften und der Saisonwertungen in den jeweiligen Ligen entschieden und veröffentlicht.“ Auch bei der Talentförderung werden alle Trainingsmaßnahmen, Sitzungen, Besprechungen und Veranstaltungen ausgesetzt. Ebenso werden für Schiedsrichter keine Fortbildungen, Weiterbildungen und Schulungen stattfinden.

Zum „Stattdessen-Training“ hatte der als harter Hund geltende TVI-Übungsleiter Dirk Elschner seine Mannschaft am Donnerstag dann aber doch nicht zusammengerufen. „Wir müssen das jetzt erst einmal sacken lassen.“ Dass die Saison mit dem 19. April beendet ist, kann sich Elschner nicht vorstellen. „Aber das ist alles noch völlig offen.“

Ob und wie es nach dem 19. April weitergeht, beschäftigt natürlich auch seinen Trainerkollege Manuel Mühlbrandt, der mit der TSG Harsewinkel die Verbandsligatabelle mit zwölf Punkten Vorsprung anführt und an diesem Wochenende sogar bereits hätte Meister werden können, wenn die Isselhorster am Donnerstag nicht gewonnen hätten. „An allererster Stelle steht natürlich die Gesundheit der Bevölkerung“, sagt Manuel Mühlbrandt, stellvertretend für alle Befragten.

„Aber für mich ist die Situation jetzt noch nicht greifbar, sind die Zusammenhänge nicht durchsichtig“, sagt Mühlbrandt, der beruflich als Physiotherapeut tätig ist. „Da bin ich ganz dicht an den Menschen dran. Und was ist zum Beispiel mit den Schulen?“

Für Hendryk Jänicke, der mit den Oberligahandballerinnen des TV Verl am Sonntag vor leeren Rängen gespielt hätte, ist „so, wie der Virus sich jetzt ausbreitet, so etwas wie ein Spielbetrieb zweitrangig“. „Deshalb ist die Entscheidung nachvollziehbar. Ich bin gespannt, wie die ganze Sache zu Ende geht.“ Trainiert wurde am Donnerstag in Verl noch regulär. „Ich rede aber mit den Mädels, und dann entscheiden wir, was wir machen“, so Hendryk Jänicke.

Thomas Fröbel, TVV-Trainerkollege beim Männer-Landesliga-Tabellenführer, berichtet, dass der Abteilungsvorstand in Absprache mit den Trainern am heutigen Freitag entscheiden wird, wie es in Sachen Trainingsbetrieb weitergeht.

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