Von Trauerklößen zu  Siegertypen
Impulsiv, motivierend: Marco Antwerpens Präsenz am Spielfeldrand reißt die A-Jugend mit. 

Abwarten, aber der neue Mann scheint eine Kanone im Anfeuern des neu explodierten Ehrgeizes sein.  „Die Jungs haben sich die neue Aufmerksamkeit verdient“, sagt der ehemalige Münsteraner Stürmer zufrieden.

„Antwerpen hat eine unheimlich positive Ausstrahlung“, erinnert sich RW Ahlens Jugendchef Udo Zambo an den Antrittsbesuch des Hoffnungsträgers. „Macht euch mal keine Gedanken, wir kriegen das hin“, hatte Antwerpen da leichthin versprochen. Wohlgemerkt: Als frisch angeworbener Übungsleiter einer hoffnungslos abgeschlagenen Truppe von 18-jährigen Trauerklößen.

Mit zwei Siegen in Folge seit Januar hat sich die Stimmung komplett gewandelt. „Der Zusammenhalt war vorher auch schon da. Die schwarze Hinserie hat die Mannschaft nicht gespalten“, sagt der 40-Jährige. Nicht ganz ohne Stolz.

„Holger Bellinghoff ist ein Pfundskerl“, bricht Zambo durchaus noch eine Lanze für den glücklosen Vorgänger, der gerade mal zwei Punkte holte. „Aber ein Trainerwechsel war absolut nötig. Gut, dass Holger das ebenso sah.“

 Nicht nur, dass Antwerpen das System auf ein etwas angriffslustigeres 4:4:2 umstellte, den Samstag als weiteren Trainingstag hinzufügte oder Stammplätze neu verteilte, auch seine motivierende Präsenz am Spielfeldrand greift auf eine Mannschaft über, die den Glauben an sich zurückgewonnen hat. Ob die Qualität auf Dauer reicht, spielt dabei noch keine Rolle. „Wir haben nichts zu verlieren. Wir schauen von Spiel zu Spiel und freuen uns“, lächelt Antwerpen.

Dass Ahlen am Wochenende den letzten Platz an Wuppertal abgegeben hat, ist zwar toll und macht die Brust noch breiter, aber es ist doch nur eine Zwischenstation auf einem langen, harten Weg. Von elf auf sechs Punkte Abstand auf den rettenden Platz hat sich RW Ahlen schon vorgearbeitet. Ein erster Schritt, immerhin.

 „Ich kann nur hoffen, dass wir nicht zu spät reagiert haben“, sorgt sich Zambo und nimmt den ganzen Jugendvorstand in die Pflicht. „Dann tragen wir auch die Verantwortung.“

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