Von unten sieht‘s aus wie Arroganz
Willst du Stress, oder was? Die Ahlener Partie in Gütersloh war emotionsgeladen. Hier kommen sich nahe (v. l.) Ahlens Nils Hönicke, Leon Farrer und Lars Beuckmann. FCG-Trainer Holger Wortmann will schlichten.

 „Einfach mal auf auswärts zum Gegner sagen: ‚Hey, was wollt ihr eigentlich!‘. Dafür sind manche unserer Spieler noch nicht abgezockt genug.“

Aber die Arroganz, natürlich nur im positiven Sinne, entwickelt sich mehr und mehr. Das 2:2 in Gütersloh nach 0:2-Rückstand hat den den rotweißen Stolz deutlich befördert. „Bestimmt, der gehört dazu“, sagt Trainer Marco Antwerpen. „Aber dazu braucht man Erfolgserlebnisse“, mäkelt er noch ein wenig, weil’s eben nicht der erhoffte Sieg geworden ist. „Der ganz große Befreiungsschlag war es noch nicht.“

Immerhin bringt der Übungsleiter die breite Brust zu jedem Spiel schon mit. Dass er nach der Roten Karte gegen Schneider mal wieder mit dem Unparteiischen aneinandergeriet und auf die Tribüne verbannt wurde, kann er zwar selbst nicht nachvollziehen („Ich hab nichts gesagt, ehrlich!“), so aber geht er mit Beispiel voran, sich nichts gefallen zu lassen.

 Eine Gratwanderung, sicher, aber auch motivierend für die Jungs, ebenfalls keinem Kampf auszuweichen. Auf dem Platz strahlt das gerade noch Faysel Khmiri aus, vielleicht noch Nico Niemeier, die ollen Haudegen eben. „Gott sei dank haben wir Khmiri jetzt so weit gebracht“, genießt das Carlos Castilla.

 Und Antwerpen erkennt: „Ja, vielleicht sind Khmiri und ich uns doch etwas ähnlich.“ So ähnlich, dass es zwischen beiden auch mal krachen kann, passiert gerne, wenn zwei positiv Arrogante unterschiedlicher Meinung sind. Eine Reibung an sich und dem Gegner, die sich RW Ahlen längst leisten könnte. Ist nicht schlimm, denn Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.

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