Wiebusch rettet drei Punkte in der Nachspielzeit
Bild: Dünhölter
Die Gelbe Karte fürs Ausziehen des Trikots nahm Raffaele Wiebusch nach seinem 2:1-Siegtreffer für den FC Gütersloh gerne in Kauf. Patrick Plucinski freut sich mit ihm.
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„Das war der erste Assistpunkt unseres Torwarts“, bedankte sich Wiebusch artig bei Sebastian Tiszai, der nach einem abgefangenen Konter einen langen Pass auf Wiebusch schlug. Güterslohs Nummer 10 ließ mit seinem Flachschuss den mitgereisten kleinen FCG-Anhang jubeln.

„Egal wie wir heute gespielt haben, es zählen nur die drei Punkte“, sagte Wortmann wohlwissend, dass es in den kommenden Tagen noch jede Menge Gesprächsbedarf beim FCG gibt. Denn der neue Trainer hatte eine indiskutable Vorstellung seiner Mannschaft im ersten Durchgang gesehen. Vor allem die linke Seite mit Pascal Röber als Verteidiger und Alex Schiller in der offensiven Rolle wusste nicht zu überzeugen. So war es auch Röber, der sich beim Gegentreffer von Claus Heinze überlaufen ließ. Dessen Schuss klatschte Tiszai noch ab, doch Niklas Hilgemann setzte erfolgreich nach (20.). Zuvor hatte bereits Dennis Kroos einen Schuss von der Linie gekratzt.

„Das gibt’s doch nicht“, entfuhr es Wortmann nach gut einer halben Stunde, als sich seine Mannschaft wieder einmal einen Fehlpass im Aufbauspiel leistete. „Darüber haben wir in der Halbzeitpause gesprochen“, fand der FCG-Coach für seine Kabinenpredigt offensichtlich die richtigen Worte. Denn nach dem Seitenwechsel übernahm Gütersloh zunehmend die Spielkontrolle. Für den ausgewechselten Röber kehrte Dennis Kroos auf seine angestammte Position zurück, Stephan Eggert kam dafür als Rechtsverteidiger. Deutlich mehr Torchancen spielten sich die Gäste nun heraus.

Zwar musste auch Schiller einmal auf der Linie retten (82.), doch die besseren Möglichkeiten hatte der FCG. Eine vollstreckte Matthäus Wieckowicz, der den Diagonalschuss von Wiebusch am langen Pfosten nur noch zum 1:1 über die Linie drücken musste (61.). Und endgültig zum Matchwinner entwickelte sich Wiebusch, als er in der Schlussphase wieder vom Flügel ins Sturmzentrum wechselte und den fast schon nicht mehr erwarteten 2:1-Siegtreffer markierte.

Wortmann hat Gesprächsbedarf

Den ersten kleinen Knatsch hat es beim FC Gütersloh bereits vor dem Rückrundenauftakt gegeben. Nachdem Trainer Holger Wortmann am Samstagmorgen Sebastian Tiszai zur neuen Nummer eins erkoren hatte, verzichtete Ersatztorwart Moritz Niebuhr am Sonntag auf die Mitfahrt nach Stadtlohn. „Er hat sich zwar im Training am Finger verletzt, doch auch wenn er Schmerzen hat, muss er Teamgeist beweisen und mitfahren“, zeigte sich Wortmann verärgert über das Verhalten seiner Nummer zwei.

„Unserem Ziel Qualifikation für die Oberliga sind wir heute ein großes Stück näher gekommen“, versuchte der FCG-Coach nach dem Sieg in Stadtlohn den Fokus mehr auf die positiven Aspekte zu legen. Wobei er freimütig einräumte: „Ich habe zwar bis zuletzt an unseren Sieg geglaubt. Doch wenn wir zur Pause mit zwei Treffern hinten gelegen hätten, hätten wir sicherlich Probleme bekommen.“

SuS Stadtlohn: Fork – Terhaar, Vennemann, Uphues, Gravermann (78. Herking) – Temme – Heinze, Erning, Klein Günnewick – Krüchting (75. Beeke), Hilgemann (90. Tan)

FC Gütersloh: Tiszai – Kroos, Degelmann, Plucinski, Röber (46. Eggert) – Brinkmann, Zodrow – Wieckowicz (69. Schröder), Warweg, Schiller – Wiebusch (90.+5 Birkenhake)

Schiedsrichter: Gregor Werkle (Essen)

Tore: 1:0 (20.) Hilgemann, 1:1 (61.) Wieckowicz, 1:2 (90.+4) Wiebusch

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