„Wir müssen schwitzen und bluten“
Nervenprobe bis zuletzt: (v. l.) Sascha Roreger, Erkan Görgü und Carlos Castilla kämpfen mit ihren Mannschaften um die Liga.

Enniger droht der Abstieg in die Kreisliga B und dürfte im großen A-Liga-Finale die schlechtesten Karten haben. Denn Diestedde (18 Punkte) und Schlusslicht Lippborg (17), das gerade die große Wiederauferstehung feiert, haben noch eine Partie mehr – und das am letzten Spieltag im direkten Duell.

„Klar, dass wir da nicht mehr entspannt bleiben.“ Zwei magere Punkte holte der SuS in der Rückrunde. „Wir sind in den Spielen oft nicht clever genug oder gehen nicht an die Grenzen. Wir müssen schwitzen und bluten“, fordert Trainer Castilla, der am Sonntag in Neubeckum für eine Überraschung sorgen muss. „Im Fußball ist eben alles Kopfsache. Klar, dass die Stimmung bei uns nicht so gut ist.“

Da kann Sascha Roreger nur schmunzeln. „Ich bin heiß wie Frittenfett. Nach dieser katastrophalen Saison mit einem teils zerstrittenen und unruhigen Haufen will ich das jetzt packen“, steht Lippborgs Übungsleiter nach zwei Siegen über Enniger und Vorhelm unter Strom und merkt, dass seine Schützlinge jetzt mitziehen. „Es kristallisiert sich heraus, dass wir wieder mehr Leute zur Verfügung haben. Und eines kann ich sagen: Wir werden für die Endspiele gewappnet sein und alles raushauen.“

Eine irre Situation, mit der selbst Roreger nicht gerechnet hatte. „Wir als Trainerteam waren schon ratlos. Aber langsam kommt die Kondition und der Siegeswille bei den Spielern. Auf einmal funktionieren Abläufe.“ Vielleicht noch gerade rechtzeitig. Obwohl auf die drei Abstiegskandidaten ein straffes Programm am Sonntag wartet.

 Enniger reist nach Neubeckum, Lippborg empfängt Ennigerloh und Diestedde spielt bei Vorwärts. „Wenn alles normal läuft, dann punktet keiner. Das sind schwere Spiele“, weiß SVD-Trainer Erkan Görgü, der aber ruhig bleibt und seinen Schützlingen vertraut. „Ich bin mir sicher, dass wir auch in Ahlen gewinnen können. Wir haben es in der eigenen Hand. Und wir sind grell.“

Bestes Beispiel: „Am Sonntag musste Tobias Rodehüser aushelfen. Ich habe ihn angerufen und gefragt“, so Görgü, der weiß, dass Rodehüser am Muttertag mit Kind und Kegel verplant war. „Seine Frau schrieb mir, dass sie für uns auf ihren Mann verzichten würde und wir ja gewinnen sollen.“ Tat Diestedde mit 2:1 gegen Oelde. „Gut so. Alles für den großen SVD.“ Und alles für den Verbleib in der Kreisliga.

Mehr zum Abstiegskampf in der Kreisliga A lesen Sie in der Glocke am Mittwoch

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