Wöchentliches Puzzle mit 150 Schiris
Bild: Inderlied
Schiedsrichteransetzer Karsten Rodejohann
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 Im Fußballkreis Gütersloh sorgt Karsten Rodejohann von Rot-Weiß Mastholte dafür, dass zu jeder Partie auch wirklich ein Schiedsrichter erscheint. Es ist Montagmorgen und Karsten Rodejohann sitzt wie zu Anfang jeder Woche an seinem Schreibtisch und plant am Laptop die Schiedsrichtereinsätze für das kommende Wochenende. „Man muss die Leute sehr genau kennen, die man zu Spielen schickt“, sagt der Mastholter. Der Student ist in dieser Saison in den Kader der Landesliga-Schiedsrichter aufgestiegen und weiß aus eigener Erfahrung, dass es bei Derbys oder wichtigen Spielen schon einmal hoch hergehen kann. „Da kann ich niemanden hinschicken, der schnell nervös wird. Wenn der Erste gegen den Zweiten spielt, setze ich erfahrene Leute ein“, erklärt Rodejohann und meldet sich auf der DFB-Internetseite an.

Kontrolle über 150 Schiedsrichter

Von dort aus hat er die Kontrolle über die fast 150 Schiedsrichter, die derzeit im Kreis Gütersloh zum Einsatz kommen. Der Mastholter, der in Bielefeld Geschichte und Sozialwissenschaften studiert, ist froh über jeden Unparteiischen, der ihm zur Verfügung steht. Denn die Liste mit Spielen, die er zu besetzen hat, ist lang. „Fünf Spiele aus der Bezirksliga, fünf der Kreisliga A, drei Westfalenliga und je 16 Spiele aus den Kreisligen B und C“, rechnet Rodejohann vor, „dazu kommen noch die Jugendspiele bis zur D-Jugend.“ Auch wenn einige Schiedsrichter noch keinen Internetanschluss haben und die Ansetzung schriftlich erhalten – die Zeiten der Einladungen per roter Postkarte sind vorbei.

Zeit der roten Postkarten ist vorbei

Heute erledigt Rodejohann den Job über das Internet. Auf der Internetplattform sind die Spielpläne aller Fußballspiele im gesamten Bundesgebiet aufgelistet. So kann der Mastholter sehen, welche Ansetzungen er in seinem Gebiet noch durchführen muss und welche Schiedsrichter ihm dafür zur Verfügung stehen. Mit einem Punktesystem sorgt er für Gerechtigkeit. „Wer mitzieht, wenig Spiele zurückgibt und an den regelmäßigen Lehrabenden teilnimmt, bekommt die besseren Ansetzungen“, sagt Rodejohann. Der ausgewählte Unparteische erhält eine E-Mail mit den genauen Spieldaten und muss diese mit einem Klick auf einen Link bestätigen und so das Spiel annehmen. Klingt einfach, kann aber extrem zeitaufwändig werden.

Drei Stunden - wenn es gut läuft

„Wenn es gut läuft, brauche ich drei Stunden für die Ansetzungen“, berichtet Rodejohann. Eine zusätzliche Stunde kosten Umbesetzungen, wenn Schiedsrichter absagen. „Es ist nicht immer einfach“, gibt er zu, „besonders wenn man sehr merkwürdige Absagen eine Stunde vor dem Anpfiff erhält.“ Dann heißt es für Karsten Rodejohann schnell handeln, denn ohne sonst auf dem betroffenen Platz ruht der Ball.

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