„Wölfe“ nehmen FSV Gütersloh mit 10:0 auseinander
Bild: Martinschledde
Erstmals stand Laura Giuliani beim FSV Gütersloh zwischen den Pfosten. Zehnmal musste sich hinter sich greifen. Hier erzielt Alexandra Popp das 2:0 für Wolfsburg.
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Da in einem weiteren Nachholspiel Turbine Potsdam nicht über ein 0:0 gegen den SC Freiburg hinauskam, hat Wolfsburg die Tabellenspitze übernommen.

Die Köpfe hingen tief bei den im Tabellenkeller steckenden Gütersloherinnen nach diesem heftigen Rückschlag, der vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen am 24. November Gift fürs Selbstvertrauen ist. Lediglich Leonie Bentkämper steckte die Niederlage einigermaßen gut weg und fragte keck in die Runde: „Beim VfL spielen Vollprofis. Soll ich jetzt heulen, oder was?“

Ausgerechnet in dieser Partie gab Laura Giuliani ihr Debüt im Gütersloher Tor. Die italienische U19-Nationalspielerin hatte ihren Coach Markus Graskamp mit guten Trainingsleistungen überzeugt und den Vorzug gegenüber Tessa Rinkes erhalten. Nach elf Minuten blieb Giuliani erstmals machtlos, als Verena Faißt eine Flanke von Zsanett Yakabfi zum 1:0 für den Champions-League-Teilnehmer einnetzte.

Der Rückstand veranlasste Graskamp, erneut umzustellen. Linksverteidigerin Lena Lückel tauschte mit Stürmerin Birgitta Schmücker die Positionen. Ein Schachzug, der verpuffte. Denn spielbestimmend blieb eindeutig der VfL. Zunächst erhöhte Alexandra Popp auf 2:0 (24.), dann bereiteten ausgerechnet die beiden Ex-Gütersloherinnen Lena Goeßling und Stephanie Bunte die nächsten Treffer für den VfL vor. Diesmal vollstreckten gegen den überforderten FSV Viola Odebrecht (36.) und Conny Pohlers (44.) zum 4:0-Pausenstand.

FSV Gütersloh: Giuliani – Barwinksy (58. Widowski), Roelvink, Bentkämper, Lückel – van Bonn, Hermes (70. Paul) – Dünker (78. Aradini), Granz, Wallenhorst – Schmücker
Das muntere Scheibenschießen setzte sich nach der Pause fort. Da machten sich die Profibedingungen bezahlt, unter denen der VfL neun Trainingseinheiten pro Woche absolviert. Pohlers (53.), Goeßling mit einem von Leonie Bentkämper verschuldeten Foulelfmeter (61.), Müller (63.), Magull (66.), Wensing (84.) und erneut Pohlers (85.) führten den FSV mit ihren Treffern zum 10:0 förmlich vor.

„Das wird keine angenehme Woche“, sprach Graskamp den meisten seiner Spielerinnen die nötige Einstellung ab. Oder, wie es VfL-Trainer Ralf Kellermann formulierte: „Der FSV war kein ebenbürtiger Gegner.“

Unmittelbar nach dem 10:0-Sieg des VfL gab Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann bekannt, das Rückspiel am 9. Dezember nicht in der Tönnies-Arena in Rheda-Wiedenbrück bestreiten zu wollen: „Der Kunstrasen kommt unserer Spielweise nicht entgegen.“ Daher wird die Partie im Gütersloher Heidewaldstadion ausgetragen. Für FSV-Geschäftsführer Michael Horstkötter „krönte“ es den misslungen Abend: „Damit haben wie in diesem Jahr kein Heimspiel mehr.“

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