Zwei Trainer und zwei Meinungen
Da ist was los im Strafraum: (v.l.) Ahlen Torwart  Philipp Hinkerohe, Vadim Baumbach, Rene Lindner und Michel Eising im Gewühle.

 Birdir wurde die geplatzte Lippe genäht, hinzu kommt eine Gehirnerschütterung, Lindner erlitt eine schmerzhafte Nasenprellung, und bei Richter scheint der Muskelfaserriss wieder aufgebrochen zu sein. Hat RW Ahlen also Körner gekostet der 3:1-Sieg im Kreisduell, aber gelohnt hat es sich für die bislang eher unterbewerteten Rotweißen allemal.

 „Die Mannschaft arbeitet hart und hat viel Moral, eine tolle Truppe“, kann Antwerpen jetzt endlich ungehemmt positiv vom Leder ziehen. Tut auch mal gut. Neun Kilometer weiter brütet Ismail Atalan über den Fehlern, die seine Roländer gemacht haben. Erste Halbzeit dominant, schnell den Ausgleich gemacht alles top und nach Plan, aber dann? „Wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren, statt den Ball laufen zu lassen“, kritisiert er und führt die Ahlener Überlegenheit eher auf eigene Probleme zurück, als auf das Können des Gegners.

Die Abstände zwischen Mittelfeld und Abwehr seien zu groß gewesen – Raum, den Ahlen dankbar zum Kontern nutzte. „Die haben gar nicht reagiert, die brauchten nur zu reagieren.“

Das sieht Antwerpen naturgemäß ein klein wenig anders. Hört sich aber ähnlich an wie sein Gegenüber. „Roländer Chancen kamen meist nur nach unseren Fehlern zustande“, dreht er die Argumentation einfach um, um ebenfalls die eigene Qualität hervorzuheben. Individuelle Mängel sind eben eher zu verzeihen (und zu beheben) als mangelhafte Spielkultur. Ersteres gibt man zu, um Letzteres herauszustreichen.

 Recht haben wohl beide. Am Sonntag gab nur der Sieg Antwerpen einen Hauch mehr Glaubwürdigkeit. Was sich schon nächsten Sonntag wieder ändern könnte. Enttäuschung und Triumph berühren sich letzten Endes doch im Unendlichen.

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