Zwischen Antreiber und Treibanker
War das geil oder war das geil? (v. l.) Felix Harbaum, der den Verein verlässt, Trainer Sascha Bertow und Nico Wunderlich in Partylaune.

 Zwischen Antreiber und Treibanker ist der Trainer der Ahlener SG für die harten Realitäten zuständig. Und deshalb schaut er bei einem Punkt Rückstand eben nicht auf Spitzenreiter VfL Gladbeck, sondern auf LIT Nordhemmern. Der Vierte prallt nämlich nächste Woche mit seinem besten Sturm der Liga auf die (zweit)beste Abwehr. Kein Grund zur Sorge, aber zu gesundem Respekt.

 „Es kann noch so viel passieren. Ich trage keine rosarote Brille“, plant Bertow also Schritt für Schritt – immer noch das beste Mittel gegen Stolpern. Will ja keiner auf dem kürzer werdenden Weg in die Dritte Bundesliga. Auch nicht Bertow und seine Buben, aber das schwere Restprogramm (gegen LIT, in Sundwig, gegen Loxten und in Gladbeck) ist eben auch nicht wegzudiskutieren.

Dass die Mannschaft so oder so zusammenbleiben wird, kann indes sehr leistungsfördernd im Liga-Endspurt sein. „Wir verhandeln noch mit dem einen oder anderen, aber ich bin relativ entspannt“, hat der 39-Jährige keinen Plan A oder B, sondern nur Plan. Allein Harbaum (Bergkamen) geht bisher; Hümmecke und Lemke, die schon vor Wochen verlängert haben (die Glocke berichtete), wird bald wohl der Rest der Kombo folgen. Dazu kommt noch Luca Werner aus Altenhagen, und das war es dann auch schon – mangels finanziellen Möglichkeiten wohl selbst dann, wenn der Aufstieg gelingen sollte.

 Egal, das Team wuchs bisher immer an seinen Aufgaben. „Eine homogene Truppe, die Jungs haben echt Spaß miteinander“, nennt Bertow einen Grund für die letzten 22:2 Punkte in Folge, die Ahlen zum ersten Jäger Gladbecks gemacht haben. Mit der lustigen Siegerei könnte aber erstmal Schluss sein, falls die ASG den Spitzenreiter noch vom Thron schubst.

 „Dritte Bundesliga, das ist ein ordentlicher Sprung. Das ist zuerst einmal klarer Abstiegskampf“, warnt der Trainer erneut vor zu hohen Erwartungen, wünscht sich aber – logisch! – selbst insgeheim ein großes Finale in Gladbeck am 23. April. Das wäre ein Traum. Ein Traum, der noch so weit weg ist. Und selbst wenn: Im Hinspiel wurde Gladbeck mit 30:20 noch weggeflankt. „Das war Bombe“, grinst Bertow, fügt aber sofort mahnend an: „So spielen die nie wieder gegen uns.“ Er kann halt nicht aus seiner Haut.

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