Zwischen Chancentod und Matchwinner
Schulterschluss: Nach dem 1:0 lässt sich Torschütze Ugur Birdir von (v. l.) Timo Achenbach, Faysel Khmiri und Vadim Baumbach auf Händen tragen.

Drei Tore pro Halbzeit? Schön wär’s gewesen. Nebi pendelte beim 2:0 über Verfolger Eintracht Rheine zwischen Genie und Wahnsinn, zwischen Chancentod und Matchwinner. „Ich bin grad’ in so einer Phase, ich weiß auch nicht“, rätselt der Rechtsaußen nach vier vergebenen Großchancen. „Aber man wird auch an seinen Vorlagen gemessen.“

Stimmt genau, und deshalb „haben wir den Kerl ja auch so lieb“, freut sich Krumpietz andererseits über Nebis fantastische Vorarbeit zu beiden Toren. So wird eine Kopfnuss fast zur Streicheleinheit: per Hacke auf Birdir, der zum 1:0 einschiebt (50.) und über die Flanke auf Yildirim, von da aus an Richter, der das wichtige und verdiente 2:0 über Rheine vollendet (79.). Arda Nebi leidet zwar seit Wochen unter Ladehemmung – vier Treffer gegen Rheine hätte er auch am Sonntag wieder selbst machen können –, aber von seinem Fleiß profitieren dann die anderen um so mehr.

 Die brauchten dann aber auch bis Mitte der zweiten Halbzeit, ehe Rheine in einem galligen, wenn auch zerfahren-ambitionierten Spitzenspiel einknickte. „Wir waren diesmal aggressiver, das gab den Ausschlag“, sagt Innenverteidiger Maik Bollmann. „Wir mussten gewinnen.“ Leicht gesagt nach den Reinfällen gegen zwei Kellerkinder. Aber es war doch eine überzeugende Wiederauferstehung im Aufstiegskampf. Hinkerohe hielt noch einen Distanzschuss von Hölscher, es war in der 65. Minute die beste Chance der Gäste, die selten gefährlich vors Ahlener Tor kamen.

 Umgekehrt passierte mehr. Verdächtig aber, dass der Ahlener Angriff erst mit der Einwechslung des A-Jugendstürmers Yilderim (67.) auffrischte. Der hatte morgens schon beim 5:1 der Junioren gegen Iserlohn drei Tore erzielt. Die Kraft reichte immer noch, um Rheine mehrfach in Verlegenheit zu bringen. Allein zwei Vorlagen auf den frei stehenden Nebi hintereinander waren dabei. „Nicht auszudenken, was ich mir hätte anhören müssen, wenn wir verloren hätten“, grinst der verschmitzt mit schüchternem Seitenblick auf seinen Co-Trainer.

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