Luca Elbracht macht Physik anschaulich



Lippetal-Lippborg (gl) - Telefonieren, Bilder und Nachrichten verschicken, mal eben ins Internet, um eine Detailfrage zu klären: Das sind wohl die wichtigsten Aufgaben, die mit einem Smartphone erledigt werden. Die schlauen Telefone können aber so viel mehr.

Luca Elbracht aus Lippborg besucht die Oberstufe des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Beckum. Mit seiner Smartphone-App darf er jetzt nach Berlin.

Und genau das macht Gymnasiast Luca Elbracht aus Lippborg für eine clevere Anwendung nutzbar. Im Rahmen des deutschlandweiten Schülerwettbewerbs „Startup Teens“ hat er eine App namens „Smart-Physics“ entwickelt, um den Physikunterricht zu bereichern. Zum Beispiel das Experiment Fadenpendel: Das Smartphone wird mit Hilfe der gleichfalls entwickelten Smart-Physics-Handyhalterung an einem Faden aufgehängt und in Schwingungen versetzt.

Dank des Beschleunigungsmessers im Smartphone können nun Messungen über die Zahl der Schwingungen, die verstrichene Zeit und die Beschleunigung durchgeführt werden. Letztlich wird es so möglich, die Erdbeschleunigung durch Messung der Periodendauer des Fadenpendels bei unterschiedlichen Fadenlängen zu bestimmen. Die App „Smart-Physics“ liefert alle Informationen und erforderlichen Formeln gleich mit. Der Ablauf wird Schritt für Schritt präzise erläutert.

Durchaus anspruchsvolle Physik wird so anschaulich erklärt. Und das ist auch das Ziel, das der 17-Jährige Schüler des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Beckum mit seiner Entwicklung verfolgt: „Die App ist für den Schulunterricht gemacht, mit Smart-Physics können aufwendige Experimente mit dem Smartphone schnell und einfach durchgeführt werden.“

Damit ist die App auch eine Reaktion auf die eigenen Erfahrungen im Physikleistungskursus, wie der Gymnasiast berichtet. „Der Unterricht ist immer sehr theoretisch, und ich habe mir immer mehr Praxisbezug gewünscht.“ Die Entwicklung der App war aber nicht alles, parallel hat der Schüler gemäß den Vorgaben einen Business-Plan entwickelt. Realisierbarkeit, Innovationsgrad und Vollständigkeit sind wichtige Kriterien. Die Analyse der Stärken und Schwächen der App sowie der Kundenstruktur, ein Drei-Jahres-Plan und die Kostenschätzung für Material oder Strom gehörten dazu, wie Luca Elbracht erzählt.

Dann kam die Bewertungsphase. In einem ersten Schritt wurden die Idee mit der App und der Businessplan von einer Jury unter die besten fünf in seiner Kategorie gewählt. Danach folgte eine Online-Abstimmung über die Finalteilnahme. Die beste Startup-Idee mitsamt Businessplan wird dann am 29. Juni in Berlin gekürt. Da ist Luca Elbracht auf jeden Fall schon mal dabei. Nach dem Voting kam er in seiner Kategorie auf den ersten Platz, sehr zur Freude von Mutter Andrea Elbracht: „Wir fahren nach Berlin!“

Bei der Abschlussveranstaltung gilt es, die Idee und den Businessplan in einer kurzen Präsentation vorzustellen. Dann muss sich zeigen, wer in der jeweiligen Kategorie der Sieger ist – und 10.000 Euro Preisgeld bekommt.

Die App „SmartPhysics“ kann sich jeder Interessierte im Internet anschauen:  smartphysicsapp.wordpress.com

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