Luisa Menzen auf dem Sprung nach Amerika



Rheda-Wiedenbrück (gdd) - „Meine Passion treibt mich.“ Mit diesem Satz ist für Luisa Menzen alles gesagt. Das lateinische Wort „Passio“ steht für Leidenschaft. Letztere erfüllt alle Sinne der gut aussehenden 27-jährigen Rheda-Wiedenbrückerin, die in den Vereinigten Staaten von Amerika ihre Schauspielerkarriere energisch und bisher erfolgreich voran bringt.

Für einen Werbespot drehte Luisa Menzen eine Runde mit einer Vespa.

Doch nun ist Luisa Menzen vor einem wichtigen Wendepunkt in ihrem Leben angekommen: Sie strebt ihren Daueraufenthalt in den USA an. Mit einem neuen Visum rechnet sie mit Beginn des kommenden Jahres. Gegenwärtig ist sie auf Deutschlandbesuch, verbringt ihre Freizeit im Elternhaus in Gütersloh.

„Wenn ich etwas will, schaffe ich es“

Es gehört viel Mut dazu, sich ganz allein im Ausland, vor allem in den USA, zu behaupten, oder? Luisa Menzen lächelt – und sie kann bezaubernd lächeln. „Ich finde mich sehr gut zurecht. Wenn ich etwas will, schaffe ich es auch“, betont die junge Frau.

Sie ist in Rheda aufgewachsen, schon als Grundschülerin in der Parkschule war sie musisch: Querflöte und Chor. Sie trat in der Clemenskirche und im A2-Forum auf, besuchte bis zur siebten Klasse das Ratsgymnasium, war einmal in einem Musical eingebunden. Und mit der Rot-Weißen Garde erlebte sie Showtanzvorstellungen. Als die Eltern 2003 die Koffer packten, war sie 13 Jahre alt. Papa Heinz-Olaf Menzen begann als Mathematiklehrer an der Deutschen Schule in Mailand. Hier legte Luisa Menzen ihr Abitur ab, entdeckte, als sie in der Schul-AG in der „Dreigroschenoper“ von Brecht mitspielte, ihre Begabung. Genauer: Die Passion führte dazu, dass sie dreimal wöchentlich Schauspielunterricht genommen hat. Das ging nur bilingual. Also lernte sie fließend Italienisch und Englisch sprechen, und machte 2009 ihr Abitur.

Lächeln für die Werbung

Die Eltern packten 2010 wieder die Koffer, und Papa Heinz-Olaf Menzen begann am Stiftischen Gymnasium Gütersloh. Luisa blieb bis 2014 in Mailand. Sie studierte Kommunikationswissenschaften, schaffte das Bachelor-Zertifikat. Außerdem drehte sie in der Freizeit Werbespots. Darin musste sie schon mal einen Vespa-Motorroller fahren und mit südlichem Charme für Kalodermacreme werben und ihr reizendes Lächeln präsentieren – was ihr nicht weiter schwer gefallen ist.

Ein bisschen Glück kann jeder Mensch gebrauchen, mit und ohne Passion: In einer Theaterschule in Mailand lernte die Rheda-Wiedenbrückerin das Genre „Russisches Theater“ lieben. Da spielte sie die Irina in dem Drama „Drei Schwestern“ von Anton Tschechow. Eine Lehrerin verfügte über Kontakte, die Luisa – „endlich!“ – den Sprung über den Großen Teich erleichtert haben. Das war vor zwei Jahren.

„New York war immer mein Ziel“

„New York ist schon immer mein Ziel gewesen.“ Wenn Luisa dies sagt, klingt es wie eine Kampfansage. Durch eine Theatercompany wurde sie an das vor zwölf Jahren gegründete Russian Arts Theater & Studio vermittelt und von Sponsoren gefördert. Und als erster Deutschen im Ensemble übertrug ihr der künstlerische Leiter Aleksey Burago, der das Unternehmen in Manhattan gegründet hat, gleich eine Hauptrolle. Aleksey Burago, von dem es heißt, dass er ebenfalls mit Passion in Form leidenschaftlichen Einsatzes seine Umgebung inspiriert und zu Sonderleistungen anspornt, war von der jungen Frau sofort begeistert.

In „Mein Onkel Tschechow“, ein Kurzgeschichtenstück, durfte sie mitspielen, und dieses Jahr auch in der „Avenue of Wonder“ von Nikolai Gogol. Von Mitte Juli bis zum 28. August stand die Jungactrice aus Ostwestfalen zuletzt auf der Bühne des Musentempels, der an der Old Chelsea Station liegt und inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad genießt. Luisa Menzen trat im schwermütigen Schauspiel „Schuld und Sühne“ nach dem gleichnamigen Meisterwerk von Fjodor Dostojewski auf – hier in der Hauptrolle der Dunja.

Warten aufs Artistenvisum

Was sie jetzt noch braucht, ist das Artistenvisum, das ist eine spezielle Arbeitsbescheinigung für den längeren Verbleib in den USA. Ihre Schwester Clara (24), die Ingenieurwissenschaften in Berlin studiert, und Mama Dagmar, die in der Zentralen Notfallambulanz des Gütersloher Elisabeth-Krankenhauses arbeitet, haben sie im Februar 2016 in New York besucht, alles für gut befunden, und „grünes Licht“ für die weiteren Lebenspläne – vor allem: für eine profunde Schauspielausbildung – erteilt. Luisa, die „Passionierte“, schwärmt von Meryl Streep, nicht nur, weil sie an „Manhattan“ denkt, jene Filmkomödie mit der großen Schauspielerin. „Vielleicht treffe ich sie irgendwann mal. Glück muss man haben.“

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