Luxusherberge für Zwerghühner und Co.



Rheda-Wiedenbrück (dali) - Zweimal am Tag muss Stefan Albert in seinem Hühnerstall nach dem Rechten sehen. Es gilt, die mehr als 200 Tiere, darunter rund 100 Deutsche Zwerghühner, aus beziehungsweise in den Stall zu lassen, sie mit Futter und Wasser zu versorgen sowie die Eier einzusammeln.

 Eine Arbeitserleichterung ist dabei der neue Hühnerstall, den er nach seinen eigenen Vorstellungen konstruiert hat. „Tuk, tuk, tuk“, ruft Stefan Albert und klopft dabei gegen den Holzrahmen des Geheges. Die Stimme ist den Hühnern wohlbekannt, aus allen Ecken kommen sie herbei- geeilt. „Schaut mal, wie sie herkommen“, sagt der Vorsitzende des Rassegeflügelzuchtvereins (RGZV) Wiedenbrück und betritt das 350 Quadratmeter große Freiluftgehege. An diesem Abend zeigt er den Mitgliedern des Vereins seine neue Anlage, die er in Eigenarbeit innerhalb von acht Wochen gebaut hat. Die Besucher staunen nicht schlecht: „So etwas nenne ich wirklich artgerecht“, sagt ein Züchter und schaut sich um.

Das Freiluftgehege könnte auch eine Obstwiese sein. Von den Apfelbäumen hängen die ersten Früchte herab, der Boden ist mit Gras bedeckt und in der Mitte hat ein mit Maschendraht umzäunter Johannisbeerstrauch die Hähne angelockt. „Da sollen sie nicht hin“, erklärt Albert und wetzt hinter den ausgebüxten männlichen Hühnern her. Inmitten dieser idyllischen Anlage steht der Hühnerstall, den Stefan Albert zusammen mit seinem Sohn Matthias gebaut hat. Baupläne oder Zeichnungen brauchte der gelernte Tischler dafür nicht. Alles sei in seinem Kopf gewesen, erklärt Albert, der genau wusste, wie der perfekte Hühnerstall ausgestattet sein muss.

Das Herzstück der Anlage testet der 66-Jährige an diesem Tag zum ersten Mal: ein Schaltkasten, der über eine Drahtkonstruktion mit den beiden Klappen verbunden ist, durch die die Hühner den Stall betreten oder verlassen. Ein Knopfdruck auf einer Fernbedienung reicht, damit die Klappen sich schließen. Zuvor scheucht Stefan Albert mit einer Holzstange die gefiederten Tiere in den Stall. Die neue Vorrichtung bringe aber eine große Erleichterung für ihn. Dank einer eingebauten Zeitschaltuhr fahren die Klappen morgens und abends automatisch zu einer bestimmten Uhrzeit hoch und runter. „Das hilft mir sehr“, sagt Albert, der mit elf Jahren mit der Hühnerzucht begann und schon zweimal den Deutschen Meistertitel errang. „Ich kann hinfahren, wann ich will, und muss nicht auf die Uhr schauen.“

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