Markus Scheller als spätberufenes Läufer-Talent 



Erst seit drei Jahren läuft Markus Scheller ernsthaft. Mittlerweile gehört der 33-Jährige Wahl-Warendorfer zu den besten heimischen Athleten seiner Zunft. 

Der 33-Jährige Markus Scheller aus Warendorf, hier mit seinen drei Töchtern Finja, Lilia und Sophie (v. l.), integriert möglichst viel Lauftraining in den Alltag und ist damit höchst erfolgreich.

Warendorf (C.H.) - Scheller macht dabei durch Zeiten auf sich aufmerksam, die andere Aktive erst nach viel mehr Jahren Training erreichen. Seit sechs Jahren wohnt er in der Emsstadt und hat sich mittlerweile der Warendorfer Sportunion angeschlossen. Ursprünglich kommt der Pädagoge aus Münster, machte sein Referendariat dann in Ahlen und ist nun an der Gesamtschule Warendorf als Lehrer für Mathematik und natürlich Sport tätig. 

Hochsprung-Bestleistung von 2,12 Meter

Sein sportlicher Hintergrund führt zwar auch zur Leichtathletik, allerdings nicht zum Ausdauersport. Für die LG Brillux Münster gewann er so im Jahr 2020 auch noch die NRW-Meisterschaften der Senioren im Hochsprung mit übersprungenen 1,90 Meter bei einer persönlichen Bestleistung von 2,12 Meter. Auch den Titel im Kugelstoßen heimste er mit 9,98 Meter ein. 

Zum Laufen brachte ihn allerdings sein Warendorfer Kollege Volker Meyer-Carlstädt, der ihn auf einen möglichen Marathon ansprach. Allerdings braucht man eigentlich einige Zeit Training, um überhaupt 42 Kilometer überstehen zu können. 

Ein Marathon aus dem Nichts

Nicht so Scheller, der praktisch aus dem Nichts heraus seinen ersten Marathon in 4:45 Stunden absolvierte. „Und dann habe ich gedacht, dass muss doch schneller gehen“, war der dreifache Familienvater der Töchter Lilia (sieben Wochen), Finja (3) und Sophie (6) hochmotiviert, sich zu verbessern. 

Nach 18 Monaten Training lief Scheller dann in Salzkotten erstmals unter drei Stunden. Seine aktuelle Marathon-Bestzeit beträgt 2:38 Minuten, die er im Juni in Cuxhaven erzielte. Das soll es aber noch nicht gewesen sein. 

In Berlin oder Münster unter 2:30 Stunden

„Ich möchte in diesem Jnahr noch unter 2:30 Stunden laufen“, verrät der 33-Jährige, der wöchentlich rund 100 Trainingskilometer zurücklegt und das möglichst auch in den Alltag integriert. „Die Hälfte der Zeit schiebe ich meine Töchter im Kinderwagen vor mir her. „Dann geht es mal zum Piratenspielplatz am Emssee und ich bringe sie zur Schule oder zum Kindergarten.“ 

Selbst die Freistunden in der Schule nutzt Scheller manchmal: „Da ziehe ich dann einfach mal die Schuhe an und laufe, ehe ich dann anschließend Sportunterricht gebe.“ In Münster oder Berlin soll die Marathonzeit von 2:30 Stunden geknackt werden.

„Gewinnen ist doch ganz schön“

Markus Scheller ist ehrgeizig und macht keinen Hehl daraus, dass er gerne gewinnt. „Gewinnen ist doch ganz schön, gerade hier in der Region“, sagt der Warendorfer, der in diesem Jahr bereits den Cuxhaven-Marathon in 2:38,08 Stunden sowie den virtuellen Hermannslauf (1,48:30 für 31,1 Kilometer) siegreich gestalten konnte.

Wo erfolgreiche Athleten sind, gibt es aber offensichtlich auch Neider. „Der Zweitplatzierte beim Hermannslauf hat mich in einigen Foren bezichtigt, mit dem E-Bike gefahren zu sein und so betrogen zu haben“, berichtet Scheller von einer Erfahrung, auf die er sehr gut auch hätte verzichten können. Da wäre es natürlich perfekt, Scheller könnte seinen Kritiker am 10. Oktober – dann soll der Hermannslauf in Präsenz stattfinden – persönlich von seinem Vermögen überzeugen.

Erster echter Zehner und Halbmarathon-Rekord

Auf dem aktuellen Laufplan hat Scheller aber noch zwei Projekte vor Ort. Zuerst will er in Ostbevern beim Bever-Volkslauf am 14. August erstmals die Zehn-Kilometer-Strecke angehen. „Die Distanz bin ich bewusst noch nie auf Zeit gelaufen“, verrät er. Wenn man aber sein Leistungsvermögen betrachtet, ist auch da eine Top-Zeit wahrscheinlich. 

Damit aber noch lange nicht genug. Das spätberufene Lauftalent möchte auch vor der eigenen Haustür eine Ausrufezeichen setzen, wenn am 4. September der Emsseelauf in Warendorf stattfindet. Dort will Scheller den Halbmarathon bestreiten, den er einmal beim Aaseelauf in Münster nach 1:19 Stunde beendet hat. „In Warendorf möchte ich schon gewinnen und vielleicht auch den Streckenrekord knacken“, sagt der 33-Jährige. Der liegt übrigens aktuell bei 1:16,38 und wurde 2017 von Aloys Buschkühl aus Warstein aufgestellt. 

Warum er sich stetig steigert, kann auch Scheller nur vermuten: „Ich war noch nie ernsthaft verletzt“, weiß er. Seit zwei Jahren trainiert er auch beim Lauftreff der WSU regelmäßig.

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