Mit Unterschriften gegen Fracking



Langenberg (lani) - Von wegen der Nachwuchs engagiert sich nicht politisch: Mit viel Einsatz sowie mit Informationsbroschüren und Unterschriftenlisten ausgestattet haben Schüler des Langenberger Schulzentrums ihren Unmut gegen Bohren nach unkonventionellem Erdgas, so genanntes Fracking, deutlich gemacht.

Mehr als 600 Unterschriften haben Schüler an Grünen-Landespolitikerin Wibke Brems übergeben.

Zuvor hatten sich die Jungen und Mädchen im Unterricht mit der umstrittenen Gasfördermethode beschäftigt. „Wir finden, dass es lohnenswert ist, kommenden Generationen eine intakte Erde zu hinterlassen“, sagt der 14-jährige Marvin, der zusammen mit seinen Mitschülern Janik und Jan auf Signaturjagd gegangen war. Sie haben die Leute anstoßen wollen, über die Gefahren nachzudenken.

Mit ihrem Protest sind die jungen Langenberger nicht allein. Mehr als 600 Unterschriften haben die Schüler und die Initiatoren einer Kampagne gegen das Fracking, Andrea Wachter, Sylvio Braunholz und Dr. Thomas Wöhning, in den vergangenen Wochen gesammelt. Gestern haben die gesammelten Werke ihren „Besitzer“ gewechselt. In Anwesenheit der Kampagneleiter haben Jan, Janik und Marvin als Vertreter des Schulzentrums Langenberg die proppenvollen Listen an die energiepolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Wibke Brems, übergeben.

Erste Liste für Wibke Brems

Die Landespolitikerin war sichtlich stolz, dieses so wertvolle „Geschenk“ entgegennehmen zu können. Sei die Unterschriftensammlung doch die erste in ihrer seit zwei Jahren währenden Arbeit am Thema Fracking. „Ich finde es spannend und großartig, dass Ihr Euch dafür einsetzt“, sagte die Grünen-Politikerin.

Andrea Wachter, Sylvio Braunholz und Dr. Thomas Wöhning sind mit der Diskussion rund um das Fracking zufrieden. Im ganzen Land stoße das unkonventionelle Gasfördern auf Widerstand. „Das Besondere ist, dass sich das Interesse an der Problematik generationsübergreifend gezeigt hat. Von ganz jungen Mitbürgern bis hin zu den Senioren haben sich die Leute in die Listen eingetragen“, sagt Andrea Wachter. Sie und die weiteren Kampagneleiter begrüßten es, dass das Land Nordrhein-Westfalen nun keine Genehmigungen mehr für Fracking erteilen möchte.

„Die Gefahren, auf die die Gutachten hinweisen, sollten zu einem vollständigen Frackingverzicht führen“, unterstreicht Dr. Thomas Wöhning. Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg, wie Wibke Brems verdeutlichte. „Um Fracking ganz zu verhindern, muss das Bergrecht geändert werden. Dafür müssen jetzt bundesweit die Weichen gestellt werden.“

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