Möglicher JVA-Standort muss geprüft werden



Münster (gl) - Kaum direkte Nachbarn, großer Abstand zur nächsten Wohnsiedlung, verkehrsgünstige Lage: Gute Gründe gibt es dafür, dass Landesjustizministerium, Stadt Münster und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW die neue Justizvollzugsanstalt auf dem Truppenübungsplatz in Handorf bauen will.

Nur eines steht völlig fest – dass die alte Justizvollzugsanstalt Münster an der Gartenstraße marode ist und in keiner Weise heutigen Ansprüchen genügt. Die Diskussion um den möglichen neuen Standort in Handorf aber ist noch längst nicht beendet.

Jetzt aber wird über den Standort, der nach der Prüfung von mehr als 30 potenziellen Bauplätzen in und um Münster die Nase vorn hatte, wieder diskutiert. Vor allem Naturschützer halten die Fläche für ein kaum ersetzbares Biotop. Und der BLB hat nun ein Büro beauftragt, das den Wert dieses Lebensraums für Tiere und Pflanzen intensiv prüfen soll.

„Der Standort an der Kötterstraße in Handorf bleibt unser Favorit. Aber wenn die kommenden Prüfungen zu einem völlig anderen Ergebnis kommen, wäre eine Umentscheidung möglich“, sagte Markus Vieth, Leiter der BLB-Niederlassung Münster, am Donnerstagabend im städtischen Planungsausschuss. Deshalb würden gleichzeitig acht weitere Flächen, die grundsätzlich auch für den JVA-Neubau geeignet seien, ebenfalls intensiver geprüft. „Zum Schluss werden noch drei oder vier Standorte als Alternativen in der ganz engen Wahl bleiben“, so Vieth.

Baustart auch ohne Einverständnis

Ein Jahr werde es dauern, die Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt richtig einschätzen zu können. Außerdem beginnen Detailprüfungen zum Eingriff ins Grundwassersystem, zur Verkehrsbelastung in Handorf und auf der Warendorfer Straße und zu Altlasten auf dem Gelände. Welche Ausgleichsmaßnahmen notwendig werden, wird auch ermittelt.

15 Hektar umfasst das favorisierte Areal, 12 Hektar davon sollen bebaut werden. Als Erschließungsstraße bietet sich ein Weg an, der direkt auf die Lauheider Straße führt. Ziel ist, für den Neubau ein so genanntes „gemeindliches Einvernehmen“ zu bekommen. Gibt es allerdings Widerstände, die das Einverständnis unmöglich machen, kann sich die Bezirksregierung darüber hinwegsetzen und den Baustart dennoch veranlassen.

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