Mordfall Nelli Graf: Polizei sucht Fahrzeug



Kreis Gütersloh (gl) - Es gibt einen neuen Ermittlungsansatz im Mordfall Nelli Graf. Das teilten die Staatsanwaltschaft und die Mordkommission am Donnerstag mit. Mit der derzeitigen Ausweitung weiterer Speichelproben hängen die neuen Erkenntnisse allerdings nicht zusammen.

Vielmehr seien neue Spuren am Leichnam der Ermordeten entdeckt worden. Das haben die kriminaltechnischen Untersuchungen beim Landeskriminalamt in Düsseldorf ergeben.

Faserspuren von Fahrzeugsitzen entdeckt

Die Wissenschaftler des Landeskriminalamts haben in sehr aufwändigen Untersuchungen Spuren eines Fahrzeugs am Leichnam der Ermordeten entdeckt. Diese neuen Spuren bildeten und bilden neben den DNA-Untersuchungen einen zweiten Baustein bei den Ermittlungen. Bei den Spuren handelt es sich um Faserspuren, wie sie auch in Fahrzeugsitzen zu finden sind.

Nun stehe fest, dass Nelli Graf in einem Fahrzeug zu dem späteren Fundort gebracht wurde, hieß es in der Mitteilung der Polizei. Durch den Fund können die Ermittler nun das Fahrzeug identifizieren, mit dem Nelli Graf zum späteren Fundort transportiert wurde, hieß es.

Umfeld wird erneut befragt<mediaobject class="imageleft" id="X0.6699059207382889" type="image" uid="e5ff9bd2-4cd7-4a04-a660-8d37efa5e7f6" url="http://ecms.die-glocke.de/alfresco/d/d/workspace/SpacesStore/e5ff9bd2-4cd7-4a04-a660-8d37efa5e7f6/01_karte_pr.jpg" uuid="e5ff9bd2-4cd7-4a04-a660-8d37efa5e7f6" x0="0" x1="100" y0="0" y1="100"> <element name="Unterschrift">Anhand dieser Karte demonstrierte die TV-Sendung „Aktenzeichen XY“ den Fall Nelli Graf. <element name="Quelle"/> </mediaobject>

Das bedeutet, dass die Ermittler das Umfeld der Familie der Ermordeten wie Verwandte, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen und Anwohner ein zweites Mal aufsuchen werden. Gegenwärtig werden die Fahrzeuge geprüft und näher untersucht - auch dann, wenn die Untersuchung der Speichelprobe des Halters negativ verlaufen ist.

Dieser Ermittlungsschritt sei notwendig, weil nicht gänzlich ausgeschlossen werden könne, dass bei dem Massengentest jemand durch das Raster gefallen sei.

Am Sonntag war die vorerst letzte Runde des Massengentests abgeschlossen worden. Hatten im vergangenen Jahr bereits 4400 Männer aus Halle freiwillig Speichelproben abgegeben, so waren jetzt weitere 2200 Männer geladen. Rund 1800 seien dem Aufruf gefolgt, erklärte der Leiter der Mordkommission, Ralf Östermann, auf Anfrage der „Glocke“. Die Auswertung der DNA-Proben laufe.

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