Münster 2:0 in Osnabrück, Bielefeld 3:0



Osnabrück (nd) - Lange gezittert, dann gejubelt: Preußen Münster hat das Nachbarschaftsduell am Samstag beim VfL Osnabrück mit 2:0 (1:0) gewonnen. Vor 15 000 Zuschauern erzielten Bischoff (43.) und Nazarov (90.+2) die Tore. Arminia Bielefeld ist nach dem 3:0-Erfolg gegen Babelsberg Tabellenführer.

Riesenjubel bei Preußen Münster nach dem 2:0 in Osnabrück.

Die wichtigste Nachricht vorweg: Auf den Rängen blieb es friedlich. Ein Jahr nach der Sprengkörper-Attacke des längst inhaftierten Münsteraner Ultras Juri C., bei der 33 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, herrschte Sicherheitsstufe eins rund um und in der Osnatel-Arena. Zwischen 500 und 600 Polizei- und Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Die Stimmung war aufgeheizt, wie es sich für ein Derby dieser Kategorie auch gehört, es blieb jedoch bis zum Spielschluss bei verbalen Auseinandersetzungen der beiden Fan-Lager.

Verteidiger Schmidt schwer verletzt

Münster musste den ersten Pflichtspielsieg in Osnabrück seit 22 Jahren allerdings teuer bezahlen. Innenverteidiger Dominik Schmidt, einer der absoluten Leistungsträger, schied in der zweiten Halbzeit mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus. Ihm droht nun eine Pause von sechs Monaten. „Das ist ganz bitter. Dominik wird uns extrem fehlen. Seine Verletzung trübt die Freude über den Sieg erheblich“, sagte Münsters Sportvorstand Carsten Gockel.

Die Preußen, in deren Anfangself mit Schöneberg und Siegert zwei Ex-Osnabrücker standen, begannen abwartend. Osnabrück kombinierte gefällig, mehr als zwei Halbchancen durch Piossek und Hudec sprangen bei den Angriffsbemühungen aber nicht heraus. Münsters Spiel nahm nach gut 20 Minuten allmählich Fahrt auf, endlich wurden die Aktionen nach vorne zwingender. Taylors Kopfball (26.) wurde von einem Abwehrspieler des VfL ebenso auf der Linie gerettet wie Kirschs Direktabnahme nach einer Ecke (30.). Im Gegenzug lenkte Masuch einen satten Schuss von Osnabrücks Neuzugang Bouma mit den Fingerspitzen zur Ecke.

Zumbeel-Fehler vor Preußens Führungstor

Die Führung der Preußen musste Osnabrücks Ersatztorhüter auf seine Kappe nehmen. Einen Rückpass spielte der für den gesperrten Manuel Riemann zwischen die Pfosten gerückte Nils Zumbeel in die Füße von Taylor. Der legte rechts ab auf Amaury Bischoff, und Münsters Spielmacher traf mit seinem bereits fünften Saisontor zum 0:1 (43.). Im zweiten Abschnitt drängte der VfL auf den Ausgleich, die größte Chance vereitelte Preußen-Schlussmann Masuch gegen Zoller in der 46. Minute. Münster stand unter Druck, so richtig gefährlich war das, was Osnabrück zustande brachte, aber nicht mehr. Am Ende vergab Ex-VfLer Siegert die große Chance, schoss aber nach einem Konter aus sieben Metern am leeren Tor vorbei.

Nazarov machte es ein paar Augenblicke später besser. Osnabrücks Schlussmann Zumbeel war mit nach vorne gelaufen, der Preußen-Stürmer traf aus 38 Metern zum 0:2 ins verwaiste VfL-Tor. Dann war Schluss. Der VfL kassierte nach vier Heimsiegen in Folge ohne Gegentor die erste Saisonniederlage in der Osnatel-Arena, Münster verbesserte sich mit dem bereits dritten Auswärtssieg auf Platz zwei hinter Spitzenreiter Arminia Bielefeld. Heidenheim kann am Sonntag mit einem Sieg gegen Hansa Rostock allerdings die Tabellenführung zurückerobern.

Bielefeld souverän zum 3:0

Derweil hat sich Arminia Bielefeld mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen Babelsberg auf das Derby am kommenden Samstag (14 Uhr) bei Preußen Münster eingestimmt. 44 Minuten mussten sich die 7402 Zuschauer in der Schüco-Arena bis zum Führungstreffer gedulden – dann ging es Schlag auf Schlag. Schönfelds Schuss aus zwölf Metern fälschte Berzel ab, 1:0. Unmittelbar nach der Pause sorgte Bielefelds Torschütze vom Dienst, Fabian Klos, mit seinem 2:0 (48.) für die Vorentscheidung. Per Foulelfmeter erhöhte erneut Klos in der 68. Minute auf 3:0 – spätestens da ging der Blick bereits Richtung Münster.

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