Nach Moscheebränden noch Fragen offen



Bielefeld (gl) - Der Vorsitzende des Bündnisses Islamischer Gemeinden (Dachverein der muslimischen Einrichtungen in Bielefeld), Cemil Sahinöz, kritisiert die seiner Meinung nach voreilige Behauptung der Polizei, wonach es bei den beiden Brandanschlägen auf Moscheen in Bielefeld keinen politischen oder religiösen Hintergrund gebe.

Im zwei Moscheen in Bielefeld sind in den vergangenen Monaten Anschläge verübt worden. Die Polizei geht nicht davon aus, dass die Taten politische oder religiöse Hintergründe hatten.

 „Die Ergebnisse der Polizei zu den Ermittlungen in Bielefeld werden viele Fragen auf. Wer garantiert, dass die Aussage Diebstahl keine Schutzbehauptung ist? Verdeckt Diebstahl wohlmöglich andere Motive? Das kennen wir aus den NSU-Skandalen. Wer würde versuchen, Diebstahl mit Brandstiftung zu vertuschen? Das ist uns nicht schlüssig. Zudem ist es uns fraglich, wie man äußerlich davon ausgeht, dass sich Geld in einer Moschee befindet? Wenn jemand Geld braucht, Diebstahl begehen will, bricht er doch nicht in eine Moschee ein“, heißt es in der Stellungnahme von Cemil Sahinöz.

Am Freitag hatte die Polizei berichtet, dass die Taten von einem 32-jährigen kriminellen Drogensüchtigen begangen worden seien. Sahinöz erklärte, die Ermittlungsergebnisse würden mehrere Fragen aufwerfen. Auch müssten die Fällen in Zusammenhang mit anderen Anschlägen auf Moscheen in der jüngeren Vergangenheit gesehen werden. Die Ängste der Muslime seien durch diese Ergebnisse nicht gemindert, sondern erhöht worden. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben etwa 50 000 Muslime in Bielefeld.

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