Neues Bürgerhaus wächst und gedeiht



Marienfeld (jau) - Altes wieder aufleben lassen – das ist eine Herzensangelegenheit des Marienfelders Heiner Bessmann. Und das wird auch beim Aufbau des Marienfelder Bürgerhauses umgesetzt. Täglich lebt die alte Hofstelle, die in Lintel ab- und in Marienfeld wieder aufgebaut wurde, mehr auf.

Die Verantwortlichen des Heimatvereins und des Trägervereins Bürgerhaus Marienfeld auf der Baustelle: (v. l.) Bernd Eversmann, Ludger Hecker, Wolfgang Sandfort, Jürgen Hanfgarn, Tanja Homeyer und Michael Klävers packen regelmäßig mit an.

Die Innenarbeiten laufen wie am Schnürchen. Das freut auch Stifter Heiner Bessmann, der täglich auf der Baustelle vorbeischaut. „Wir müssen aber auch einige Kompromisse mit dem Bauamt des Kreises Gütersloh machen“, räumt der zweite Vorsitzende des Trägervereins Bürgerhaus Marienfeld, Michael Klävers, am Dienstagabend auf der Baustelle ein. Er nennt ein Beispiel: die Holzfenster und -türen. Den Verantwortlichen des Vereins schwebt vor, dass sie einheitlich in Weiß gestrichen werden. Die Bauexperten des Kreises sind da ganz anderer Meinung: Da es sich ursprünglich um eine ländliche Hofstelle handelt, sollen die Fenster weiß sein und die Türen dunkelgrün, um den Charakter des Gebäudes zu bewahren. „Alles in Weiß – das passt einfach besser“, argumentiert Klävers. Eine Haupteingangstür gibt es auch schon – natürlich eine alte aus dem Bessmann-Bestand. „Ein wunderschönes Exemplar mit Ornamenten sowie einem Kreuz, einem Herz und einem Anker. Das steht für Glaube, Liebe und Hoffnung“, schwärmt Wolfgang Sandfort vom Vorstand des Trägervereins. Jetzt ist sie (noch) weiß. „Sie wird überarbeitet. Und alle anderen Türen werden daran angepasst“, ergänzt Sandfort.

Bisher 640 ehrenamtliche Stunden

Am vergangenen Samstag wurden die ersten Fenster im Fachwerkhaus eingesetzt. Am nächsten Samstag gehen die Arbeiten weiter. „Mehr als 20 Fenster sind es und 5 Außentüren“, weiß Bernd Eversmann vom Trägerverein. Seit Mitte April läuft der Innenausbau. Seitdem wurden 640 Stunden von den Ehrenamtlichen geleistet. „Regelmäßig sind am Freitag und Samstag zwischen 10 und 15 Leute auf der Baustelle“, so Jürgen Hanfgarn. „Eine beachtliche Zahl“, findet Daniel Brockpähler, Schriftführer des Heimatvereins. „Seit April hat sich einiges getan“, so Michael Klävers. Die Räume wurden abgetrennt – der Flur mit den Toiletten, der 136 Quadratmeter große Versammlungsraum, die Küche und dahinter zwei weitere, kleinere Versammlungsräume (36 und 44 Quadratmeter groß). Wo es eben geht, werden alte Materialien genutzt. Als nächstes wird der Innenputz aufgetragen. Verwendet wird Lehm. „Das hat einen natürlichen Charakter. Und auch fürs Raumklima ist Lehm gut“, weiß Eversmann. Bereits für diese Woche hat sich der Putzer angekündigt. „Um die erste Schicht Lehm aufzutragen, braucht es eine Woche. Danach muss das Ganze zwei bis drei Wochen durchtrocknen“, so Eversmann. „Darauf kommen dann Holzfaserdämmplatten. Dann folgt die zweite Lehmschicht, die dicker ist als die erste und somit auch deutlich länger trocknen muss“, sagt Michael Klävers.

Wann die Eröffnung des Bürgerhauses angepeilt wird und welche Arbeiten noch anstehen, lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der „Glocke“.

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