Neues Stadtquartier an der Kolpingstraße



Rheda-Wiedenbrück (sud) - Im Wettbewerb zur Gestaltung des Kolpingstraßen-Quartiers gibt es einen Sieger. Das Preisgericht hat die acht Entwurfsplanungen bewertet und sich auf einen Gewinner verständigt. Dieses Konzept sieht 4500 Quadratmeter Einzelhandels- und 4000 Quadratmeter Wohnflächen vor.

Rückblickend betrachtet hat die Neuentwicklung der Industriebrache an der Kolpingstraße lange gedauert. Nun könnte alles ganz schnell gehen: Die Realisierung des Siegerentwurfs hält Bürgermeister Theo Mettenborg in den kommenden zwei Jahren für möglich.

Von welchem Büro der Siegerentwurf für die bisherige Industriebrache an der Kolpingstraße in Rheda stammt, wollte Bürgermeister Theo Mettenborg am Freitag nicht verraten. Er verwies darauf, dass die Vorstellung der Wettbewerbsergebnisse für Montag, 23. September, geplant sei. Diesem Termin wolle er nicht vorgreifen. Zu der Präsentation, die um 19.30 Uhr im Foyer des Rhedaer Rathauses beginnt, seien alle Bürger willkommen. „Aufgrund der Bedeutung des neuen Quartiers für die weitere Stadtentwicklung hoffe ich auf ein volles Haus“, sagte Mettenborg.

Mettenborg spricht von „Meilenstein“

Den Siegerentwurf bezeichnete der Bürgermeister am Freitag als „Meilenstein“. „Alle Vorgaben, die wir zur Gestaltung des Areals gemacht haben, wurden berücksichtigt.“ Das architektonische Gesamtkonzept wertete er als „überaus gelungen“. Über die Zusicherung des Hamburger Grundstückseigentümers Procom, das Engagement in Rheda als langfristig angelegtes Invest zu sehen, freue er sich.

Auf dem insgesamt 18.500 Quadratmeter großen Areal soll kein riesiger Einzelkomplex entstehen. Stattdessen sind nach Aussage des Bürgermeisters mehrere Gebäude geplant. Die Wohnbebauung solle den zur St.-Clemens-Kirche liegenden Abschnitt dominieren, die Einzelhandelsnutzung den Bereich in Richtung Bahnhof.

Wohnen und Einkaufen

Der Siegerentwurf sieht laut Mettenborg eine Gesamtverkaufsfläche von 4530 Quadratmetern vor. Diese verteilen sich auf einen Lebensmittelvollsortimenter inklusive Backshop (zusammen 2400 Quadratmeter), einen Drogeriemarkt (730 Quadratmeter), einen Textilanbieter (300 Quadratmeter) sowie ein nicht näher beschriebenes Kleinkaufhaus (1100 Quadratmeter).

Wie vom Stadtrat gefordert, bekommt die Wohnnutzung an der Kolpingstraße einen hohen Stellenwert. 60 bis 70 Wohneinheiten unterschiedlicher Ausstattung und Größe seien vorgesehen, erläuterte Theo Mettenborg. Darunter seien auch Sozialwohnungen. Ein Teil der 4000 Quadratmeter Gesamtwohnfläche werde auch über den Einzelhandelsnutzungen errichtet.

Ein bis zwei Jahre werden bis zur Neugestaltung des Areals an der Kolpingstraße noch ins Land ziehen, vermutet Bürgermeister Theo Mettenborg. Nach der Vorstellung der Wettbewerbsbeiträge und des Siegerentwurfs beginne zunächst die planerische Feinjustierung des neuen Quartiers. Doch bereits jetzt zeichne sich eine „exzellente städtebauliche Qualität“ für das neue Rhedaer Bahnhofsviertel ab.

Verkehrsanbindung eine Herausforderung

Es gibt aber auch noch einige ungelöste Aufgaben, die in den folgenden Monaten die Politik beschäftigen dürften. Dazu gehört die Verkehrsanbindung des neuen Quartiers an das örtliche Straßennetz. Ein Knackpunkt könnte in diesem Zusammenhang der Bahnhofskreisel werden, an dem Nutzer bereits heute zu Stoßzeiten längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Abhilfe könne durch eine Optimierung des Kreisverkehrs geschaffen werden, sagte am Freitag Theo Mettenborg im Gespräch mit der „Glocke“. Ein zügigerer Verkehrsfluss sei wünschenswert, und diesbezüglich gebe es auch noch Luft nach oben, unterstrich der Rathauschef.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.