Nur die Berufsbezeichnung ist geblieben



Beelen (jus) - Großgeworden ist Reinhard Wienker in den Hallen der Firma Rampelmann und Spliethoff in Beelen. „Meine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechaniker habe ich mit 14 Jahren angetreten“, sagt der Beelener und lächelt. Das ist jetzt schon vier Jahrzehnte her.

Stolz auf einen dritten Platz im Landeswettbewerb der Auszubildenden sind Trainer Paul Rampelmann (l.) und Geselle Michael Blömker.

„Damals dachten wir, dass wir Dich nicht durchbekommen, so dünn bist Du gewesen“, erinnert sich Paul Rampelmann an seinen ersten Eindruck von Wienker. „Aber das ist zum Glück nicht eingetreten“, ergänzt er. In das Lachen der beiden Männer fällt auch Michael Blömker ein. Der 20-Jährige hat 2014 die gleiche Ausbildung wie Wienker vor 37 Jahren abgeschlossen – doch schaut man genauer hin, ist nur die Berufsbezeichnung auf dem Gesellenbrief die gleiche geblieben. „Inhaltlich haben die Lehrberufe in den vergangenen Jahrzehnten eine ordentliche Wandlung durchgemacht“, betont Paul Rampelmann. Er muss es wissen, schließlich ist er nicht nur für die Auszubildenden bei Rampelmann und Spliethoff erster Ansprechpartner, sondern auch Ehrenobermeister der Innung für Land- und Baumaschinentechnik sowie kürzlich als Mitglied des Bundesvorstands der HAG-Landtechnik ausgeschieden. Große Landmaschinen wie Mähdrescher werden bei Rampelmann und Spliethoff nicht mehr repariert. Michael Blömker wurde – anders als Reinhard Wienker – zum Großteil an kleinen Traktoren, die unter anderem bei kommunalen Bauhöfen zum Einsatz kommen, ausgebildet. Jungspunde und alte Hasen arbeiten harmonisch zusammen. „Jeder kann von jedem lernen“, sagt Paul Rampelmann. Die älteren Gesellen kennen die besten Tricks und Handgriffe, die Youngster sind fit im Umgang mit dem Computer. „Das ergänzt sich gut“, so Rampelmann.

„Mit dem Gesellenbrief kann sich niemand zurücklehnen“

„Mit dem Gesellenbrief kann sich niemand zurücklehnen, jeden Tag lernen wir etwas Neues“, erklärt Wienker, der seit 1980 im Stahlbau des Beelener Unternehmens tätig ist. „Man wächst in das Gewerk hinein.“ Das kann Michael Blömker bestätigen. Nach seiner Ausbildung hat er bereits einige Lehrgänge absolviert, weitere werden folgen. Der Fleiß des 20-jährigen Sassenbergers wurde belohnt: Als Kammersieger hat er sich für den Landeswettbewerb qualifiziert. Dort hat er den dritten Platz belegt. „Der Wettbewerb war aufregend“, sagt Blömker in der Rückschau. Vier Wochen hat er sich intensiv auf die Aufgaben mit Trainer Rampelmann vorbereitet. „Natürlich war ich aufgeregt. Aber der Druck war nicht so groß wie bei der Gesellenprüfung, schließlich konnte ich beim Landeswettbewerb nicht durchfallen“, sagt der 20-Jährige und lacht.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.