Ohne „Pöttken“ geht es nicht


Der „Pöttkes- und Töttkenmarkt“ fällt auch in diesem Jahr aus – ein „Pöttken“ wird es trotzdem geben. Diesmal ist es eine runde Obstschale, auch als Brotkorb geeignet, im bewährten weiß-blauen Design.

Ob als Brotkorb oder Obstschale, das diesjährige „Pöttken“ ist vielseitig verwendbar, sind Josef Ostermann, Jörg Hakenesch und Michael Krüger (v.r.) überzeugt. Auch die blaue Dose aus dem Vorjahr wird noch einmal in begrenzter Stückzahl aufgelegt.

In Ahlen hergestellt wird Emaillegeschirr zwar schon lange nicht mehr, aber noch immer von hier deutschlandweit und sogar über die Landesgrenzen hinaus „exportiert“. „Bis nach Kanada“, weiß Josef Ostermann vom gleichnamigen Porzellanhaus. Viele „Ausgewanderte“ verbänden mit dem „Pöttken“ Erinnerungen an die „alte Heimat“. Und es sei ja einfach auch ein schönes Mitbringsel, das einzige übrigens mit fortlaufender Nummerierung und limitierter Auflage, was den besonderen Sammlerwert ausmache.

Für Ostermann war es daher keine Frage, auch in diesem Jahr ein neues Exemplar herauszubringen, wenngleich der „Pöttkes- und Töttkenmarkt“ schon zum zweiten Mal ausfällt. Die Produktion wäre ohnehin nicht mehr aufzuhalten gewesen, nachdem sich die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) so kurzfristig, erst in der vergangenen Woche, zur Absage entschlossen hat. „Wir haben etwa ein dreiviertel Jahr Vorlauf“, sagt der „Pöttkesminister“ der örtlichen Kaufmannschaft.

Ohne „Pöttken“ geht es nicht. Das unterschreibt auch WFG-Geschäftsführer Jörg Hakenesch. Er staunt, wie es Josef Ostermann und Michael Krüger, Geschäftsführer der Ahlener Firma Karl Krüger Haushaltswaren, Jahr für Jahr gelingt, immer noch eine neue Form zu finden. So wie 2020 die dunkelblaue Aufbewahrungsdose mit Holzdeckel, die unerwartet schnell ausverkauft war. „Davon haben wir jetzt noch einmal hundert nachbestellt“, beruhigt Ostermann alle Interessenten, die bisher leer ausgegangen sind.

Diesmal fiel die Wahl auf eine runde Obstschale mit 24 Zentimetern Durchmesser, wieder im bewährten weiß-blauen Design. Oder ist es ein Brotkorb? Auf jeden Fall „nicht nur dekorativ, sondern vielseitig verwendbar“, findet Jörg Hakenesch. Und „spülmaschinengeeignet“, wie Michael Krüger betont.

Im Vertrauen darauf, dass der „Pöttkesmarkt“ 2021 würde stattfinden können, hatte Ostermann schon vor Monaten 1200 Stück in Auftrag gegeben, fürchtet nun aber trotzdem nicht, darauf sitzen zu bleiben. Der Porzellanhändler ist überzeugt: „Die Nachfrage wird groß sein.“ Die ersten Vorbestellungen, die in seinem Geschäft telefonisch unter der Nummer 8 63 57 aufgegeben werden können, hat er bereits notiert, darunter von der WFG und den Stadtwerken, die größere Mengen abnehmen. Offizieller Verkaufsstart ist aber erst am 18. September (Samstag), dann wird das 45. „Pöttken“ in zahlreichen Geschäften in der Innenstadt zum Preis von 8,95 Euro erhältlich sein. Von der „Spielerei“ bis Betten Gahrmann seien Ost- und Weststraße gut abgedeckt, so Josef Ostermann, der nicht verhehlt, dass die Einzelhändler nach langer Corona-Durststrecke einen zusätzlichen Frequenzbringer durchaus gebrauchen können. Zumal der an den „Pöttkes- und Töttkenmarkt“ gekoppelte verkaufsoffene Sonntag ebenfalls erneut gestrichen ist.

Jörg Hakenesch bat beim Pressetermin noch einmal um Verständnis für die „schweren Herzens“ getroffene Entscheidung. Zwar seien Großveranstaltungen nach der aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung des Landes NRW im Prinzip möglich, die ab 2500 Besuchern geforderte 3G-Regel wäre aber im Fall des „Pöttkesmarkts“ praktisch nicht umsetzbar gewesen. Man hätte an allen Zugängen zur Fußgängerzone Checkpoints einrichten müssen und „eine Hundertschaft an Ordnern gebraucht“, so der WFG-Chef. „Wir setzen jetzt alles auf den Ahlener Advent, sind schon in der Vorplanung“, hat Hakenesch die Hoffnung, dass zumindest der Weihnachtsmarkt im Dezember durchgeführt werden kann, wenn auch vermutlich nur mit Hygienekonzept, was auf begrenztem Raum in der „guten Stube“ aber kein Problem darstelle.

von Von Peter Harke

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