Parkbetreiber will Schimpansen behalten



Rietberg-Westerwiehe (jew)  - Nachdem die „Glocke“ am Mittwoch über den Export der Schimpansen des Delbrücker Tierparks Nadermann an der Grenze zu Westerwiehe berichtet hat, meldet sich nun Betreiber Reinhold Nadermann zu Wort.

Die Menschenaffen aus dem Delbrücker Tierpark Nadermann sollen nicht mehr verkauft werden. Nachdem Parkbetreiber Reinhold Nadermann den Export nach China abgebrochen hatte, erklärte er gegenüber der „Glocke“, er wolle die beiden Schimpansen behalten. Dazu muss er aber das Innen- und Außengehege ausbauen.

Er betont, er habe die Abgabe der Menschenaffen nach China abgebrochen, weil man ihm am Montag mitgeteilt habe, dass die beiden mehr als 30 Jahre alten Affen nicht zusammen bleiben können. „Es war und ist die Grundvoraussetzung für die Abgabe, dass die Tiere nicht getrennt werden“, betont der Parkbetreiber. Deshalb möchte Reinhold Nadermann, dass die beiden Schimpansen im Tierpark bleiben. „Wir wollen das Beste für die Tiere. Und es wäre am besten, wenn sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können“, sagt Nadermann.

Damit er die beiden Menschenaffen behalten darf, muss er das Gehege vergrößern, da in der jetzigen Situation die Mindesthaltungsstandards nicht erfüllt werden. Für die zwei Schimpansen würde ein Innen- und Außengehege von 400 Quadratmetern gefordert, erklärt der Parkbetreiber. „Das werden wir aus Platz- und Kostengründen aber nicht realisieren können“, sagt er. „Deshalb müssen wir gemeinsam mit den zuständigen Behörden einen Weg finden“, betont Reinhold Nadermann.

Den von den Tierschützern geforderten Transport der Tiere in eine niederländische Auffangstation für Affen lehnt der Parkbetreiber weiterhin ab. Da auch dort nicht garantiert werden könne, dass die beiden alten Affen zusammen bleiben. Für Reinhold Nadermann sei der Verbleib der  Schimpansen in seinem Privatzoo die beste Lösung. Genauso wie für die alten Tiere, die im Delbrücker Tierpark heimisch und mit ihren Pflegern vertraut seien.

Außerdem wies er im Gespräch mit der „Glocke“ ausdrücklich darauf hin, dass die beiden Schimpansen gesund seien und in keiner Hinsicht, wie von den Tierschützern erwähnt, Verhaltensstörungen aufwiesen.

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