Pferd Refina hat Job im Familienzentrum


Warendorf (gl) - Dass in einem Kindergarten Kinder betreut werden, erklärt sich von selbst. Dass aber das städtische Familienzentrum Löwenzahn seit Beginn des Jahres auch ein Pferd versorgt, ist neu. Refina hat sich schick gemacht für den Besuch von Warendorfs Bürgermeister Peter Horstmann (parteilos). 

Oliver Prinz, Geschäftsführer des VFJ, Bürgermeister Peter Horstmann, Cornelia Uhlig, Leiterin des Familienzentrums, Stute Refina, Besitzer und Erzieher Marc Daniels und Anne und Hermann Erlemeyer mit einigen Kindern, die Refina aktuell versorgen dürfen. Fot5o: Stadt Warendeorf

Genauer gesagt wurde Refina schick gemacht. Denn seit Ende vergangenen Jahres wird sie von den Kindern des Bewegungskindergartens Löwenzahn mehrfach in der Woche versorgt. Die 18-jährige Stute, Rufname Fine, lebt auf dem Hof Erlemeyer, in Laufweite vom Familienzentrum Löwenzahn entfernt. 

Neues Betätigungsfeld

Die Zeit als Zuchtstute hat sie hinter sich. Besitzer Marc Daniels war schnell klar: Eine neue Betätigung für die artige Refina muss her. Daniels ist dabei nicht nur passionierter Pferdebesitzer, sondern auch Erzieher im Familienzentrum Löwenzahn. 

„Durch meinen eigenen Sohn habe ich erlebt, wie wichtig die Beziehung zu Fine für ihn ist, und diese Erfahrung wollte ich auch anderen Kindern ermöglichen“, erläutert er die Grundidee. Regelmäßig wechselnde Kleingruppen von je vier Kindern übernehmen mehrfach in der Woche die Versorgung und Pflege des Pferdes und lernen so behutsam den Umgang mit dem Tier – und das mit großem Erfolg. 

Behutsam und vorsichtig

„Es ist auffällig, wie die Kinder und Fine miteinander umgehen, wenn sie zusammen sind. Fine ist in ihren Bewegungen sehr behutsam und vorsichtig und die Kids – sogar die kleinen Wirbelwinde – werden ganz ruhig in ihrer Gegenwart“, berichtet Daniels. 

Cornelia Uhlig, Leiterin des Familienzentrums, ergänzt aus pädagogischer Perspektive: „Die Kinder haben hier die Möglichkeit, ganz unmittelbar Kontakt zu einem Pferd aufzunehmen.“ Das biete die Chance, dass die Kinder Vertrauen auf- und Ängste abbauten. 

Unterstützung wichtig

Doch wie es mit allen Tieren so ist: Refina kann nicht nur von Luft und Liebe leben. Ohne die Unterstützung des „Vereins für Freizeitservice und Jugendarbeit“ (VFJ) wäre die Pferdehaltung für das Familienzentrum Löwenzahn nicht machbar. 

„Wer das Projekt unterstützen möchte, kann gerne Geld auf unser spezielles Spendenkonto überweisen. Wir nutzen dieses Geld, um damit die Versorgung des Pferds sicherzustellen“, sagt Oliver Prinz, Geschäftsführer des VFJ. Weitere Sponsoren seien willkommen.

Unvorhergesehene Ausgaben

Gerade für unvorhergesehene Ausgaben wie Tierarztbesuche oder der Einsatz des Hufschmieds sei ein finanzieller Puffer wichtig. Bürgermeister Horstmann ließ es sich nicht nehmen, sich selbst ein Bild von diesem Pionierprojekt zu machen. Er zeigte sich sehr beeindruckt: „Es ist toll zu sehen, wie selbstverständlich die Kinder auf Refina zugehen und wie vertrauensvoll der Umgang zwischen den Kindern und dem Pferd ist.“ 

Obwohl Warendorf die Stadt des Pferds ist, haben nur recht wenige Kinder die Möglichkeit, den Umgang mit Pferden kennenzulernen, heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung zu Horstmanns Besuch im Kindergarten. 

Neue Erlebnis- und Bewegungsräume

Die Mitarbeiter des Familienzentrums freuten sich, dank des Pferdes neue Erlebnis- und Bewegungsräume für die Kinder erschließen zu können. Auch Refina geht es gut mit ihrer neuen Aufgabe – den Neid ihrer Artgenossen eingeschlossen. Man merke, dass die anderen Pferde in den Boxen unruhig würden und interessiert das Geschehen verfolgten, während die Kids Refina versorgten, berichteten die Beteiligten mit einem Schmunzeln. Nun, wer kann es ihnen verübeln?

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.