Pilze füttern geschädigte Buche



Münster (azi) - „Es gab eine einzige richtig starke Böe, dann war Schluss mit dem Sturm. Hätte ‚Friederike‘ weiter gewütet, hätte der Baum das nicht überstanden“, sagt Franz-Josef Gövert vom Grünflächenamt der Stadt Münster. Am Montag sicherten Experten die Rotbuche vor weiteren Sturmschäden.

Experten sichern die Rotbuche im Park Sentmaring in Münster mit Seilen und Gewindestangen vor weiteren Sturmschäden.

Die Wucht des Orkans, der am 18. Januar über Westfalen hinwegfegte, spaltete den etwa zwei Meter dicken Stamm der rund 200 Jahre alten Rotbuche im Park Sentmaring in Münster. „Diese große Wunde hat Stress bedeutet für den Baum. Was wir jetzt machen, stresst ihn aber fast gar nicht“, sagt der Sachverständige Dr. Jürgen Kutscheidt.

Flexible Seile halten Äste zusammen

Zwei Baumpfleger setzen am Montag die Bohrmaschine an und treiben Löcher mit drei Zentimetern Durchmesser in die unteren Äste und in den Stamm. Mit einem Hammer schlagen sie danach dicke Gewindestangen durchs Holz, die an beiden Seiten mit Unterlegscheiben und Muttern fixiert werden. Hoch oben in der bis zu 35 Meter breiten Krone halten flexible Seile schwere Äste zusammen.

All das soll helfen, dass der Riss im Stamm nicht größer wird und der Baum dem Wind künftig besser standhalten kann. „Das wird funktionieren. Auf diese Weise kann der Baum sicher noch weitere 50 Jahre leben“, sagt Kutscheidt. Um die 250 Jahre schaffen Rotbuchen, das Exemplar in dem Park zwischen Sentmaringer Weg und Weseler Straße ist einer der ältesten Bäume in Münster.

Reha-Maßnahmen für die Buche

Bei einer Begehung am Tag nach dem Sturmtief „Friederike“ entdeckten Mitarbeiter des Grünflächenamtes den Schaden und beschlossen, das Naturdenkmal zu retten.

Jetzt bekommt die Buche auch noch einige Reha-Maßnahmen. Ein Substrat aus Braunkohle, das im Wurzelbereich ausgestreut wird, liefert Nährstoffe. „Gleich graben wir noch kleine Löcher rund um die Buche und geben sogenannte Mykorrhiza-Pilze hinein“, erklärt er Baum-Sachverständige. „Diese bilden ein feines Geflecht unter dem Erdboden, setzen sich an die Wurzeln und helfen dem Baum, Wasser und Nahrung aufzunehmen.“ So kann er die kleinen Wunden, die ihm der Bohrer zugefügt hat, schneller heilen lassen.

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